MRSA – der gefürchtete Keim

Auftakt der HZI-Vortragsreihe zum Thema „Krankenhauskeime“ am 25. Oktober

16.10.2014

staph aureus

MRSA, kurz für „Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus“, ist einer der gefürchtetsten Krankenhauskeime. Er löst etwa 30 Prozent aller Krankenhausinfektionen aus; jährlich sterben bis zu 2.000 Patienten daran. Als Deutschlands wohl bekanntester Krankenhauskeim steht MRSA im Fokus der Auftaktveranstaltung der diesjährigen Vortragsreihe „KrankheitsErregend“ am 25. Oktober am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Von 10.30 Uhr an stellen Experten den Keim näher vor und diskutieren über die Probleme, die er verursacht. Die weiteren Keime, die während der dreiteiligen Reihe thematisiert werden, sind im November „Clostridium difficile“ und „Pseudomonas“.

Krankenhauskeime stellen in Deutschland ein immer größeres Problem dar. Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene zufolge sterben in Deutschland rund 40 000 Menschen jährlich an den Folgen von Infektionen, die sie sich in einem Krankenhaus zugezogen haben. Rund 800.000 Personen infizieren sich pro Jahr. Hauptgründe für die zunehmende Gefahr die von diesen Keimen ausgeht, sind mangelnden Hygienevorkehrungen und die unspezifische Verabreichung von Antibiotika.

Doch was macht die Keime so gefürchtet, wie verbreitet er sich und wie kann man ihn erfolgreich bekämpfen? Diese Fragen versuchen Experten aus Medizin und Forschung im Rahmen der diesjährigen Vortragsreihe „KrankheitsErregend“ am HZI zu beantworten. „Wir versuchen in diesem Format immer Themen zu behandeln, die für die breite Bevölkerung spannend und aktuell sind“, sagt Katja Flaig, Projektmanagerin am HZI. „Die mediale Aufmerksamkeit, die Krankenhauskeime in den letzten Monaten erhalten haben, zeigt uns, dass wir mit der Themenwahl auch in diesem Jahr richtig liegen“.
Je ein Mediziner und ein Grundlagenforscher widmen sich während der drei Veranstaltungsterminen einem Keim. Den Auftakt macht der in Deutschland wohl bekannteste Krankenhauskeim, der „Methicillin-resistente Strapyhlococcus aureus“.

Er verdankt seinen Namen dem Prüf-Antibiotikum Methicillin, mit dem die Empfindlichkeit von Krankheitserregern gegen Antibiotika getestet wird. Entwickelt ein Keim eine Resistenz gegen den Test-Wirkstoff, ist er auch gegen die meisten anderen Antibiotika resistent. Besonders für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wird das zum Problem, denn der Keim löst gleich eine ganze Reihe von Infektionen aus, die sogar tödlich sein können. In Krankenhäusern ist die Übertragungsrate am höchsten und somit auch die Gefahr einer Infektion mit MRSA am größten.

Die Medizinerin Prof. Iris Chaberny vom Universitätsklinikum Leipzig beschäftigt sich deshalb in ihrem Vortrag mit Staphylococcus aureus als Problemkeim im Krankenhaus. Prof. Gérard Krause, Leiter der Abteilung Epidemiologie am HZI, hingegen stellt die Frage, ob der Keim auch außerhalb von Krankenhäusern ein ernstzunehmendes Problem darstellt.
Im Anschluss an die Vorträge bietet eine vom Wissenschaftsjournalisten Jens Lubbadeh moderierte Diskussionsrunde den Zuschauern Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen. Die Veranstaltung beginnt um 10:30 Uhr im Forum des HZI. Der Eintritt ist frei.

Nähere Informationen finden Sie unter www.helmholtz-hzi.de/krankheitserregend/. Rückfragen beantwortet gerne die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des HZI (Telefon: 0531-6181-1402, E-Mail: veranstaltungen@helmholtz-hzi.de).

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