Leibniz-Preis 2016: DFG zeichnet HZI-Forscherin Emmanuelle Charpentier aus

Auszeichnung für die Pionierarbeiten am CRISPR-Cas9-Systems

11.12.2015

HZI-Forscherin Emmanuelle Charpentier, Leiterin der Abteilung "Regulation in der Infektionsbiologie" und Professorin an der MHH erhielt den Leibniz-Preis 2016.

© Emmanuelle Charpentier

Prof. Emmanuelle Charpentier, Abteilungsleiterin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover wurde gestern mit dem Leibniz-Preis 2016 ausgezeichnet. Sie erhält den Preis für ihre bahnbrechenden Arbeiten am CRISPR-Cas9-System. Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erkannte gestern in Bonn drei Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftlern den Leibniz-Preis 2016 zu. Alle zehn Ausgezeichneten erhalten ein Preisgeld von jeweils 2,5 Millionen Euro für kommende Forschungsarbeiten. Verliehen werden die Leibniz-Preise 2016 am 1. März in Berlin.

„Der Nominierungsausschuss konnte in diesem Jahr für die bis zu zehn zu vergebenden Preise aus einer ganzen Reihe von vorgeschlagenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auswählen“, sagte DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider im Hauptausschuss. „Von den herausragenden Kandidatinnen und Kandidaten, die besonders intensiv diskutiert wurden, hat der Ausschuss jene zehn ausgewählt, von denen er sich durch die zusätzliche Förderung in besonderer Weise eine weitere Steigerung ihrer wissenschaftlichen Leistungen verspricht.“

„Wir gratulieren Emmanuelle Charpentier ganz herzlich zur Auszeichnung mit dem wichtigsten deutschen Forschungsförderpreis als Würdigung ihrer bahnbrechenden wissenschaftlichen Arbeiten am CRISPR-Cas-Systems“, sagt Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI. „Das CRISPR-Cas9-System hat das Potential, neue Wege in der Medizin zu gehen und neuartige therapeutische Ansätze für Menschen mit schwerwiegenden Krankheiten zu entwickeln. Wir sind sehr stolz darauf, eine so exzellente Forscherin wie Emmanuelle Charpentier nach Deutschland ans HZI geholt zu haben und freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit mit ihr am Max-Plank-Institut Berlin.“

Emmanuelle Charpentier hat mit ihrer Forschung zum CRISPR-Cas9-System in Bakterien ein präzises und einfach zu verwendendes Gen-Editier-Werkzeug entwickelt. Mit diesem können effizient und gezielt Änderungen im Genom vorgenommen werden, beispielsweise um Gendefekte zu beheben. Die Entwicklung ist ein großer Fortschritt im Vergleich zu bisherigen Genom-Editierungs-Verfahren und eröffnet auch ein großes Potential für die medizinische Forschung. Für ihre Forschungen rund um CRISPR-Cas9 wurde Charpentier bereits mit einer ganzen Reihe renommierter internationaler Preise ausgezeichnet.

Charpentier studierte Mikrobiologie, Genetik und Biochemie in Paris und wurde am Pasteur-Institut promoviert. Nach Stationen in den USA, Österreich und Schweden kam sie 2013 im Rahmen einer Humboldt-Professur nach Deutschland und forschte hier zunächst am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seit dem 1. Oktober 2015 ist sie Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie. Sie forscht aber auch weiterhin bis Ende 2015 am HZI und wird dem Zentrum durch Kooperationen verbunden bleiben.

Weitere Informationen in der Pressemitteilung der DFG: www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2015/pressemitteilung_nr_58/index.html

 


Über das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. An seinem Standort in Braunschweig-Stöckheim blickt das Zentrum auf eine jahrzehntelange Historie zurück. Bereits 1965 begannen hier die ersten Arbeiten; 2015 feiert das HZI 50-jähriges Jubiläum.
www.helmholtz-hzi.de

 

Der Leibniz-Preis:
Der Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG im Rahmen des Gottfried Wilhelm Leibniz-Programms verliehen, das der Bund und die Länder im Jahr 1985 eingerichtet hatten. Alle zehn Ausgezeichneten erhalten ein Preisgeld von jeweils  bis zu 2,5 Millionen Euro für kommende Forschungsarbeiten. Ziel des Preises ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern und ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu ermöglichen. www.dfg.de/leibniz-preis/

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