Kinder effektiv vor Infektionen schützen

Studie zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten bei Kindern

19.09.2014

Als Maskottchen der Studie dient Kraki, ein Krake, der Krankheiten abwehren kann.

HZI/EpidemologieAls Maskottchen der Studie dient Kraki, ein Krake, der Krankheiten abwehren kann.

Schnupfen, Durchfall und Karies – sie alle zählen zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig wollen nun untersuchen, mit welchen Maßnahmen Familien sich effektiv vor solchen Infektionen schützen können. Dazu sollen Eltern befragt werden, deren Kinder nicht älter als sechs Jahre alt sind und eine Kindertagesstätte in Braunschweig besuchen.

Kinder sind besonders anfällig für Infektionskrankheiten, wie beispielsweise für Erkrankungen der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes oder Karies. Dabei kommt es häufig vor, dass Krankheiten von einem Familienmitglied zum nächsten übertragen werden. „Wir wollen deshalb herausfinden, wie man seine Familie am besten vor solchen Erkrankungen schützen kann und welche Maßnahmen ergriffen werden und wie effektiv sie sind“, sagt Prof. Rafael Mikolajczyk, Leiter der Arbeitsgruppe „Epidemiologische und statistische Methoden“ am HZI.

Über einen Zeitraum von vier Monaten wollen die Wissenschaftler die Infektionserkrankungen von Kleinkindern und ihren Familien erfassen. Kinder zwischen null und sechs Jahren verbringen die meiste Zeit ihres Lebens im Wesentlichen an zwei Orten: Zuhause oder in Kindertagesstätten. Bei einer Erkrankung des Kindes ist es also wahrscheinlich, dass die Infektion oder Ansteckung dort stattgefunden hat.

Um zu untersuchen, was in den Familien und Kindertagesstätten unternommen wird, um Infektionen zu vermeiden, werden diese beiden Settings in die Studie eingebunden. Diese Informationen sollen mit Hilfe von Fragebögen erfasst werden. Weitere Fragebögen erfassen dann zweimonatlich die Erkrankungshäufigkeit der Kinder.

In einem weiteren Teil der Studie soll zusätzlich untersucht werden, wie Infektionen in der Familie übertragen werden. Dazu füllen die Teilnehmer Symptomtagebücher aus, in denen die Infektionen von allen Familienmitgliedern erfasst werden und entnehmen Nasenabstriche, wenn ein Familienmitglied erkrankt ist. „Dadurch können wir überprüfen, ob die Ansteckung auch wirklich innerhalb der Familie stattgefunden hat“, sagt Kristin Schlinkmann, die die Studie koordiniert.

Außerdem soll bei einigen Studienteilnehmern die  Zahngesundheit und damit die Entwicklung von Karies bei Kindern untersucht werden. Neben Fragebögen zur Mundhygiene und dem Zahnputzverhalten werden hierfür Zahnabstriche entnommen, um die bakterielle Zusammensetzung bei kranken und gesunden Zähnen zu vergleichen. Dies erfolgt im Rahmen der zahnärztlichen Untersuchung durch Zahnärzte vom Gesundheitsamt Braunschweig, die jährlich in den Kindertagesstätten stattfinden. „Die Probenentnahme wird mit speziellen Wattestäbchen durchgeführt, geht schnell und ist stets schmerzlos“, berichtet Frederic Meyer, der für diesen Teil der Studie zuständig ist.  

„Frühkindlicher Karies ist in der Bevölkerung sehr verbreitet und wir erhoffen uns durch diese Analyse neue Einblicke in die Entstehung der Krankheit“, sagt Prof. Irene Wagner-Döbler, Leiterin der Arbeitsgruppe Mikrobielle Kommunikation am HZI. Die Zusammenarbeit der beiden Abteilungen des HZI bei der Studie ermöglicht es den Forschern, ein breiteres Spektrum an Infektionskrankheiten abzudecken.

Um viele Teilnehmer für die Studie zu gewinnen, werden innerhalb der nächsten Wochen alle 147 Braunschweiger Kindertagesstätten angeschrieben und um eine Beteiligung an der Untersuchung gebeten. Alle Angaben, die während der Untersuchungen gemacht werden, behandeln die Wissenschaftler streng vertraulich. Das Forscherteam unterliegt der Schweigepflicht. Nach Ablauf der Studie werden die Teilnehmer über die Ergebnisse der Studie informiert. Als kleines Dankeschön werden zudem Preise unter den Teilnehmern verlost.

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie hier.