Interferon-Experten tagen in Braunschweig

30. Mai-1. Juni: Europäischer Workshop zur Virusabwehr am HZI

29.05.2013

Ein Molekül namens Interferon treibt Virus-infizierte Zellen in den programmierten Selbstmord – so verhindert das Immunsystem, dass sich die Viren weiter vermehren. Der grüne Farbstoff macht die…

©HZI/Köster

Körpereigene Botenstoffe, die sich – im wörtlichsten Sinne – einmischen: Darum geht es in dieser Woche am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Dort werden europäische Spitzenforscher aufeinandertreffen und die Rolle eines Moleküls namens Interferon bei Virus-Infektionen diskutieren. Der Name Interferon geht auf die lateinischen Begriffe „inter“ (zwischen) und „ferre“ (bringen) zurück, deren Verknüpfung sich etwa mit „eingreifen“ übersetzen lässt. Und das tun die von Immun- und Bindegewebszellen gebildeten Botenstoffe gleich bei mehreren Prozessen.

 

 

Prof. Hansjörg Hauser, Leiter der Abteilung „Genregulation und Differenzierung“ am HZI und Hauptorganisator von „Interferon and Infection“, wird den Workshop am Donnerstag eröffnen. Bis Samstagmittag erwartet die über hundert Teilnehmer ein intensives Treffen, bei dem Informationsaustausch und Diskussionen an erster Stelle stehen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Workshop zu einem der wichtigsten Treffen für Experten dieses Forschungsfeldes entwickelt. „Nahezu alle renommierten europäischen Wissenschaftler, die den Einfluss von Interferon auf das Immunsystem untersuchen, werden dabei sein“, berichtet Hauser, der selbst mit seiner Abteilung erforscht,welche molekularen Mechanismen sich in infizierten Zellen abspielen.

Interferone sind lebenswichtig: Sie sind sofort einsatzbereit, wenn eine Zelle von einem Virus angegriffen wird und stören die Vermehrung der Eindringlinge an vielen Stellen. Weil sie ein breites Wirkungsspektrum haben, ist ihr therapeutischer Einsatz bei mehreren Krankheiten denkbar. Bei Infektionen mit Hepatitis-Viren sind Interferone beispielsweise heute das Mittel der Wahl.

Da Interferone eine so wichtige Rolle in der Virusabwehr spielen, verwundert es nicht, dass die Viren im Laufe der Evolution ihrerseits Strategien entwickelt haben, diese Reaktionen zu umgehen. Auch mit diesem gegenseitigen „Wettrüsten“ werden sich die Experten in den kommenden Tagen auseinandersetzen.

 

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