HZI-Forscherin Emmanuelle Charpentier erhält den Wissenschaftspreis Niedersachsen 2015

Auszeichnung für die Entdeckung des CRISPR-Cas9-Systems

19.11.2015

HZI-Forscherin Emmanuelle Charpentier, Leiterin der Abteilung "Regulation in der Infektionsbiologie" und Professorin an der MHH erhielt den Leibniz-Preis 2016.

© Emmanuelle Charpentier

Prof. Emmanuelle Charpentier, Abteilungsleiterin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover wurde heute mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen 2015 ausgezeichnet. Sie erhält den Preis für ihre Pionierarbeiten am CRISPR-Cas9-System. Der Preis wurde von der Niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, in Hannover überreicht und ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Ministerin würdigte weiterhin einen Professor, eine Nachwuchswissenschaftlerin und einen Nachwuchswissenschaftler und zwölf Studierende aus niedersächsischen Hochschulen.

„Die Auswahl der diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger zeigt, wie vielfältig und innovativ die niedersächsische Hochschullandschaft ist. Mit dem Preis zeichnen wir auch in diesem Jahr wieder herausragende Persönlichkeiten aus, die sich nicht nur durch hervorragende Leistungen in Forschung und Lehre, sondern auch mit ihrem Blick auf gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen verdient gemacht haben“, sagte die Wissenschaftsministerin.

Charpentier hat mit ihrer Forschung zum CRISPR-Cas9-System in Bakterien ein präzises und einfach zu verwendendes Gen-Editier-Werkzeug entwickelt.  Mit diesem können effizient und gezielt Änderungen im Genom vorgenommen werden, beispielsweise um Gendefekte zu beheben. Die Entwicklung ist ein großer Fortschritt im Vergleich zu bisherigen Genom-Editierungs-Verfahren und eröffnet auch ein großes Potential für die medizinische Forschung. CRISPR-Cas9 wird heute sowohl als Werkzeug in der Forschung als auch in der Entwicklung neuartiger therapeutischer Ansätze für Menschen mit schwerwiegenden Krankheiten verwendet.

„Wir freuen uns sehr, dass Emmanuelle Charpentiers bahnbrechende wissenschaftliche Leistung in dieser Weise gewürdigt wird“, sagt Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI, an dem Charpentier seit 2013 die Abteilung „Regulation in der Infektionsbiologie“ leitet. „Das CRISPR-Cas9-System hat das Potential, die Medizin zu revolutionieren. Wir sind sehr stolz darauf, eine Persönlichkeit wie Emmanuelle Charpentier nach Deutschland ans HZI geholt zu haben.“

Charpentier war bis zum 30. September 2015 vorwiegend am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig tätig. Seit dem 1. Oktober 2015 ist sie Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie. Sie forscht aber auch weiterhin bis Ende 2015 am HZI und wird dem Zentrum durch Kooperationen verbunden bleiben.

Der Wissenschaftspreis Niedersachsen wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einer niedersächsischen Universität oder Hochschule vergeben. Ausgezeichnet werden Personen, die bereits seit einer gewissen Zeit eine Professur innehaben und besondere Leistung in beispielsweise hochschulübergreifenden Forschungsschwerpunkten, Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Entwicklungen in Lehre und Studium o.ä. erbracht haben.

Die Vorschläge für die Preisträgerinnen und Preisträger stammen von den niedersächsischen Hochschulen. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger ist durch die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen erfolgt. Der Preis wurde zum neunten Mal vergeben. Insgesamt ist der Wissenschaftspreis Niedersachsen 2015 mit 87.500 Euro dotiert.

Weitere Informationen unter www.mwk.niedersachsen.de

Kontakt für die Medien

  • Susanne Thiele

    Susanne Thiele

    Leiterin Presse und Kommunikation, Pressesprecherin

    0531 6181-1400

    0531 6181-1499

    Kontakt