Heinrich-Büssing-Preis für chemisches Lego gegen HIV

HZI-Forscher Raimo Franke wird für Erkenntnisse zur AIDS-Impfung geehrt

03.07.2008

Fahnen

Helmholtz-HZI/Heinz GramannFahnen

Gegen den Auslöser von AIDS, das HI-Virus, gibt es trotz jahrzehntelanger Forschung noch keinen Impfstoff. Einen wichtigen Fortschritt bei der Suche erzielte der Chemiker Dr. Raimo Franke im Rahmen seiner Dissertation am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI): Ihm gelang es, einen wichtigen Baustein des HI-Virus im Reagenzglas nachzuahmen. Dieser ist an der Auslösung einer Immunantwort beteiligt, die das Virus potenziell neutralisieren kann. Für diese Arbeit verleiht der Braunschweigische Hochschulbund am Donnerstag, 3. Juli 2008, den Heinrich-Büssing-Preis an Raimo Franke.

Das HI-Virus kann sich – wie sämtliche Viren – nicht selbst, sondern nur mit Hilfe einer Wirtszelle vermehren. Es befällt dazu die T-Helferzellen der menschlichen Immunabwehr. Den Kontakt zwischen Virus und Wirtszelle stellen Proteine her. Eine zentrale Rolle spielt das so genannte gp120-Protein auf der Virusoberfläche. Mit ihm verschafft sich HIV Zutritt in die T-Zellen.

Raimo Franke

Im Rahmen seiner Dissertation stellte Raimo Franke chemisch Peptide (kleine Proteine) her, welche die Bindungsstelle von gp120 für die T-Zellen nachahmen. Dazu hat er die entsprechenden gp120-Abschnitte an molekulare Gerüste angeknüpft. „Ich habe sozusagen `chemisches Lego´ gespielt, bis ich die Kombination aus Gerüst und Proteinabschnitten gefunden hatte, die am besten die Bindungsstelle des gp120 imitiert“, erklärt Franke sein Vorgehen.

Mit einem dieser Peptide haben die Wissenschaftler Kaninchen immunisiert, die dann tatsächlich Antikörper bildeten, welche gp120 erkennen. Frankes Dissertations-Betreuerin Privatdozentin Dr. Jutta Eichler freute sich über den Erfolg: „Wir konnten zeigen, dass diese Antikörper ähnliche Bindungseigenschaften haben wie der aktivste der bisher bekannten HIV-neutralisierenden Antikörper. Damit haben wir einen neuen Weg hin zu einem AIDS-Impfstoff aufgezeigt“. Ehe dieses Peptid jedoch tatsächlich als Impfstoff eingesetzt werden kann, muss es noch weiter untersucht und optimiert werden.

 

 

Die Preisverleihung des Heinrich-Büssing-Preises findet am 03. Juli 2008 um 18 Uhr im TU-Altgebäude, Raum SN 19.1, Pockelsstraße 4, 38106 Braunschweig statt. Im Anschluss daran lädt der Hochschulbund zum Empfang in den Architekturpavillon der TU.

Kontakt für die Medien

  • Susanne Thiele

    Susanne Thiele

    Leiterin Presse und Kommunikation, Pressesprecherin

    0531 6181-1400

    0531 6181-1499

    Kontakt

Beteiligte Gruppen