Gates-Millionen für die Impfstoffforschung von GBF und MHH

Kampf gegen Hepatitis C: Stiftung fördert GBF-koordiniertes Projekt

27.06.2005

Die amerikanische Bill und Melinda Gates-Stiftung wird ein internationales Wissenschaftler-Konsortium mit 9 Millionen Dollar unterstützen, an dem in Deutschland die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF, Braunschweig) beteiligt sind. Ziel des geförderten Projekts ist es, die Entwicklung von Impfstoffen gegen Hepatitis C voranzutreiben.

„Der Zuschlag ist für uns ein einzigartiger Erfolg“, erklärt Professor Rudi Balling, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der GBF und Projektleiter. „Die Konkurrenz war enorm. Ursprünglich sind über 1500 Ideen aus 75 Ländern eingereicht worden. Den Zuschlag haben aber schließlich nur 43 Vorhaben erhalten.“ Besonders freue ihn, so Balling, dass Forschungseinrichtungen, die weltweit höchstes Renommee genießen, an dem Antrag beteiligt seien. Dazu gehörten neben den beiden deutschen Forschungseinrichtungen unter anderen das Pariser Pasteur-Institut und die Rockefeller-University in New York.

Mit dem Projekt soll eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit angegangen werden. Insgesamt sind etwa 170 Millionen Menschen mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) infiziert, die meisten von ihnen in den Entwicklungsländern. In Deutschland sind bis zu 600.000 Menschen an einer chronischen HCV-Infektion erkrankt. Die Betroffenen sterben oft als Folge der Infektion an Leberzirrhose oder Leberkrebs. „Das zeigt, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssen, um einen Impfstoff gegen Hepatitis C zu entwickeln“, sagt Professor Dr. Michael P. Manns, Direktor der MHH-Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie.

Am effizientesten im Kampf gegen HCV wäre der flächendeckende Einsatz eines leicht handhabbaren und wirksamen Impfstoffs. Seiner Entwicklung stehen aber grundsätzliche Hindernisse entgegen. So muss jeder Impfstoff, bevor er Menschen verabreicht wird, an Versuchstieren überprüft werden. Dies ist bei HCV nur schwer möglich: Das am besten zu handhabende Versuchstier, die Maus, ist immun gegen das Virus – nur in menschlichen Leberzellen vermehrt sich der Erreger. Deshalb können Mäuse auch nicht gegen HCV geimpft werden; ihre Reaktion auf die Vakzine lässt sich nicht testen.

Dem Manko will das Konsortium abhelfen: Es wird Methoden erforschen, um im Körper von Mäusen menschliche Leberzellen und Immunzellen anzusiedeln. Dann lässt sich an den Tieren sowohl die Infektion mit HCV als auch die Reaktion auf potenzielle Impfstoffe studieren. Damit eröffnet sich die Chance, das Leben von Millionen Menschen vor den tödlichen Folgen einer Hepatitis C-Infektion zu retten.

Die Bill und Melinda Gates-Stiftung und die Kooperationspartner

Die Bill und Melinda Gates-Stiftung (www.gatesfoundation.org), ins Leben gerufen von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Ehefrau, will Probleme der Gesundheitsvorsorge von Entwicklungsländern lösen helfen. An dem geförderten Hepatitis C-Projekt beteiligen sich neben GBF, der MHH und dem Institut Pasteur auch das Necker Hospital (Paris, Frankreich), die Universität Amsterdam (Niederlande) und die Rockefeller University (New York, USA).

*Kostenfreies TV-Footage sofort verfügbar*

Professionell erstelltes Footage für die Berichterstattung kann über die GBF-Pressestelle bezogen werden. Das Videomaterial zum Hepatitis C-Projekt schickt Ihnen die GBF-Pressestelle gerne per Kurier zu. Bitte melden Sie sich telefonisch unter +49 (0) 531 6181 508


Bildunterschriften

GC1+2.jpg: Grünfluoreszierende Leberzellen, die in die Leber einer Empfängermaus transplantiert wurden. Die rote Anfärbung entspricht einem Protein, das auf Leberzellen exprimiert wird.
Foto: MHH/Ott

GC3.jpg: Humane Leberzellen in Kultur.
Foto: MHH/Ott

Zusätzliche Dateien

GCGH Release final.doc: Presseinformation der Gates-Stiftung (englisch)

GCGH Grants Backgrounder final.doc: Informationsmaterial der Gates-Stiftung (englisch)