Forscherpreis für die Zähmung eines Bodenbakteriums

Am 9. März: GBF und TU Braunschweig verleihen die Inhoffen-Medaille

03.03.2006

Die im Boden lebenden Myxobakterien und ihre „Zähmung“ für die Zwecke des Menschen sind die Spezialgebiete von Professor Gerhard Höfle und Professor Hans Reichenbach: Bei der Erforschung dieser Mikroorganismen entdeckten Höfle, Reichenbach und ihr Forscherteam sogar ein Krebsmedikament – das Epothilon, das zurzeit in klinischen Tests erprobt wird. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen werden die beiden Experten jetzt in Braunschweig mit der Hans Herloff Inhoffen-Medaille geehrt. Höfle und Reichenbach werden die Auszeichnung am kommenden Donnerstag, 9. März, 15 Uhr, im Forum der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) entgegennehmen.

Der vom Förderverein der GBF gestiftete Preis ist mit 2500 Euro dotiert. Er wird im Rahmen der öffentlichen Inhoffen-Vorlesung verliehen, einer gemeinsamen Veranstaltung der GBF und der Technischen Universität Braunschweig. Nach einer Ansprache der beiden Preisträger wird Prof. Joachim Klein, Vorsitzender des Fördervereins der GBF und der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, die Medaille überreichen.



Herausragende Doktorarbeiten an GBF und TU gewürdigt
Im Rahmen der Preisverleihung zeichnet der Förderverein der GBF zudem herausragende Doktorarbeiten der Technischen Universität Braunschweig und der GBF aus. Träger der mit 2000 Euro dotierten Förderpreise sind Dr. Silke Wenzel und Dr. Annika Steffen. Silke Wen-zel erforschte in ihrer Dissertation verschiedene Stoffwechselprodukte der Myxobakterien; Annika Steffen befasste sich mit den Mechanismen der Fortbewegung bei Zellen.
Neben den Förderpreisen wird auch der Fritz-Wagner-Preis zur Förderung der Biotechnologie verliehen. Die Auszeichnung und die damit verbundenen 500 Euro erhält in diesem Jahr Dr.-Ing Marc Ergezinger für seine Promotion über ein biotechnologisches Verfahren zur Produktion von Isomaltose.


Hans Herloff Inhoffen und die gleichnamige Medaille

Zum Gedenken an den 1992 verstorbenen Chemiker Prof. Hans Herloff Inhoffen veranstalten die TU Braun-schweig und die GBF seit 1994 regelmäßig die Inhoffen-Vorlesung, bei der der gleichnamige Preis vergeben wird. Inhoffen lehrte von 1946 bis 1974 an der TH Braunschweig und amtierte dort von 1948 bis 1950 als Rektor. Inhoffen gründete darüber hinaus im Jahr 1965 das „Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik“ (IMB), das Vorläufer-Institut der GBF.


Hinweise für die Medien
Bei einem Pressetermin um 14.45 Uhr – unmittelbar vor der Inhoffen-Vorlesung – besteht Gelegenheit zum Fotografieren der Preisträger.
Nähere Auskünfte zu den ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten geben wir gerne unter der Telefon-Nummer 0531/6181-508.



Bildunterschrift:
Zellen von Sorangium cellulosum. Myxobakterien sind einzigartige Bakterien, unter anderem aufgrund ihrer Fähigkeit, Fruchtkörper zur Überdauerung ungünstiger Lebensumstände zu bilden. Sie produzieren zudem eine Fülle von Wirkstoffen. Einer davon ist das Epothilon, das einmal als Krebsmedikament Karriere machen könnte: Es tötet Tumorzellen. Die von der GBF entdeckte Substanz befindet sich inzwischen in klinischen Tests. Foto: GBF/ Heinrich Lünsdorf"


Die Preisträger: Professor Hans Reichenbach (links) und Professor Gerhard Höfle mit einem Modell des Epothilon-Moleküls. Foto: GBF/Hübner