Forschende Viertklässler

HZI-Doktoranden nehmen Stöckheimer Grundschüler mit in die Welt der Experimente

28.02.2013

Eine Schülerin aus der Klasse 4d der Grundschule Stöckheim-Leiferde begutachtet die Bakterien auf ihrer Agar-Platte.

© HZI

Hilft Händewaschen gegen Bakterien? Und welche Wirkung hat ein Desinfektionsmittel? Fragen wie diese können die Kinder der Grundschule Stöckheim-Leiferde bald selbst beantworten – mit wissenschaftlichen Methoden. Unter der Anleitung von Doktoranden des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) führen Viertklässler an zwei Versuchstagen ein einfaches Experiment durch. Das gemeinsame Projekt von Grundschule und HZI beginnt in den beiden ersten vollen Märzwochen. 

  

Sachkundeunterricht einmal anders: Eine neuartige Kooperation zwischen der Grundschule Stöckheim-Leiferde und dem HZI will Wissenschaft künftig schon den Jüngsten nahebringen – anschaulich, altersgerecht und zum Mitmachen. Doktoranden des Forschungszentrums werden die Schüler der vierten Klasse besuchen, im Gepäck eine Experimentierkiste. An zwei Vormittagen verwandeln sich die Schüler in kleine Forscher und untersuchen, wie viele Bakterien auf ihren Händen leben. Das HZI stellt die Materialien und Kittel für die Nachwuchsforscher bereit und wird das Projekt zusammen mit den Fachlehrern betreuen.

Wissenschaftler am HZI erforschen das komplexe Wechselspiel von Krankheitserregern und dem Immunsystem; ihre Ergebnisse liefern Strategien im Kampf gegen Infektionskrankheiten. „Darüber hinaus möchten wir Interesse für die Forschung wecken und zeigen, wie spannend wissenschaftliches Arbeiten ist“, sagt Ulf Richter, Administrativer Geschäftsführer des HZI. Aus diesem Grund werden Doktoranden des HZI künftig regelmäßig den Sachkundeunterricht der Grundschule Stöckheim-Leiferde unterstützen. „Wir freuen uns, dass wir den Kindern in Stöckheim und Leiferde die Möglichkeit bieten können, Forschung einmal so hautnah zu erleben“, sagt Anette Merkel, Schulleiterin an der Grundschule.

Das Biotechnologische Schülerlabor Braunschweig (BioS) auf dem Campus des HZI hat das Experiment „Bakterien - auf die Finger geschaut“ ausgearbeitet. Die Lehrerinnen und Lehrer im BioS haben über mehr als zehn Jahre hinweg Erfahrungen damit gesammelt, Laborversuche für Schüler zu konzipieren – allerdings sind diese Angebote auf Schülergruppen der gymnasialen Oberstufe abgestimmt. „Dieses Experiment kann auch den jüngeren Kindern einen ersten Eindruck von der Forschungsarbeit im Labor vermitteln“, erklärt Dr. Iris Eisenbeiser, eine der Leiterinnen des BioS. „Sie lernen, dass es auf ihren Händen Bakterien gibt und wie man diese sichtbar macht.“ Pädagogischer Nebeneffekt des mikrobiologischen Versuchs: Die Kinder erfahren, wie viele Keime auf ungewaschenen, gewaschenen und desinfizierten Händen leben und lernen, wie sie sich richtig die Hände waschen. Selbstverständlich werden die Kinder dabei nur mit vollkommen unbedenklichen Materialien arbeiten. 

„Wir werden den Kindern zeigen, worauf es beim Experimentieren ankommt“, sagt Sebastian Bruchmann, der das Projekt als Doktorand unterstützt.

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