Drittes internationales HIPS-Symposium an der Saar-Uni:

Neue Ansätze in der Arzneimittelforschung

08.07.2013

10.2010 Bellhäuser "das bilderwerk"

©HIPS/Bellhäuser10.2010 Bellhäuser "das bilderwerk"

Am Donnerstag, 18. Juli 2013, wird der Campus der Saar-Universität wieder zum Treffpunkt renommierter Forscher und Nachwuchswissenschaftler aus verschiedenen Bereichen der pharmazeutischen Forschung. Sie kommen an diesem Tag zum dritten internationalen Symposium des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) zusammen. Das HIPS ist ein Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI). Die Konferenz findet von 9 bis 19 Uhr in der Aula der Universität des Saarlandes in Saarbrücken statt (Gebäude A3 3).

 

Die Erschließung bisher unentdeckter natürlicher Wirkstoffe – unter anderem aus Bakterien und Pilzen – und die Synthese bioaktiver Moleküle, die als Grundlage für Medikamente dienen können, sind zentrale Themen des dritten HIPS-Symposiums an der Universität des Saarlandes. Die Teilnehmer kommen aus den drei pharmazeutischen Fachgebieten Naturstoffforschung, Medizinische Chemie und Wirkstofftransport. In Saarbrücken stellen sie unter anderem neue Verfahren der Genomforschung sowie bioinformatische Werkzeuge für die Wirkstoffentwicklung vor. Wie bereits bei den beiden vorangegangenen Symposien bietet die Veranstaltung ein Forum für erfahrene Wissenschaftler zum Austausch von Ideen über die Grenzen klassischer Disziplinen hinweg. Gleichzeitig haben Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit, von den Experten wertvolle Rückmeldungen zu ihren Projekten zu bekommen.

Zu den diesjährigen Referenten gehört unter anderem Dr. Rolf Apweiler vom EMBL-European Bioinformatics Institute im englischen Hinxton. Er gibt einen Überblick über bioinformatische Dienstleistungen seines Instituts, die die Life-Science-Forschung unterstützen. Professor Axel Brakhage vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena stellt einen modernen Ansatz zur Entdeckung neuer Wirkstoffmoleküle vor. Dabei werden im Labor so genannte „schlafende“ Gene in Pilzkulturen aktiviert, um Naturstoff-Biosynthesewege „anzuschalten“. Bei den Bakterien sind Streptomyzeten eine traditionell sehr ergiebige Wirkstoffquelle. Wie diese mithilfe der Genomforschung noch besser ausgeschöpft werden kann, zeigt Professor David Hopwood vom John Innes Centre in Norwich (Großbritannien). 

Auch Experten aus dem Bereich der Naturstoffchemie werden in Saarbrücken ihre neuesten Forschungsergebnisse vorstellen. So spricht Professor Gerhard Bringmann von der Universität Würzburg über seine Forschungen zur Strukturaufklärung und (Bio-)Synthese von bioaktiven Substanzen mit komplexen dreidimensionalen Strukturen. Über die chemische Synthese und die vielfältigen biologischen Funktionen von „Farbstoffmolekülen“ –  beispielsweise von Santalin A, der Hauptfarbstoffkomponente des roten Sandelholzes –, referiert Professor Dirk Trauner von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Professor Andreas Lendlein vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht gibt Einblicke in die Polymerforschung und stellt so genannte Elastomere, elastisch verformbare Kunststoffe, und ihre pharmazeutische Anwendung vor.