Deutschlandweites Netzwerk gegen Krankheitserreger

Bundesregierung gründet „Deutsches Zentrum für Infektionsforschung“ – Braunschweig/Hannover bei Partner-Standorten in der engsten Auswahl.

08.11.2010

Fahnen HZI
 Ansicht vom HZI mit Fahnen im Vordergrund

Helmholtz-HZI/Heinz Gramann Fahnen HZI Ansicht vom HZI mit Fahnen im Vordergrund

Neue Erkenntnisse über Krankheitserreger gewinnen und daraus neue Strategien gegen sie entwickeln: Das werden die zentralen Aufgaben des „Deutschen Zentrums für Infektionsforschung“ (DZI) sein. Die Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) umfasst mehrere Partner der universitären und außeruniversitären Forschung. Die Region Braunschweig/Hannover ist – mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) als einer der beteiligten Einrichtungen – in der „Endrunde“ der DZI-Standorte.

Als Partner des neu gegründeten Netzwerks wurden jetzt Forschungseinrichtungen an sieben Standorten in ganz Deutschland benannt (siehe Liste unten).  Die Kandidaten wurden durch ein international besetztes unabhängiges Gutachter-Gremium aus einer Vielzahl von Bewerbern ausgewählt. In den kommenden Monaten sollen die nominierten Standorte gemeinsam konkrete Ziele und Arbeitskonzepte erarbeiten. Nach der endgültigen Festlegung der beteiligten Einrichtungen wird das DZI voraussichtlich Mitte 2011 seine Arbeit aufnehmen. Die Wissenschaftler des deutschlandweiten Netzwerks werden ihre Arbeit dann auf die Erforschung von Krankheitsursachen und -verläufen sowie neuer Ansätze für Diagnostik, Prävention und Therapie konzentrieren.

Partner-Einrichtungen in der Region Braunschweig/Hannover sind – neben dem HZI – auch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), die Technische Universität Braunschweig, die Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ), das Zentrum für Translationsmedizin in Hannover (HCTM) und das Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung TWINCORE.

„Unser Beitrag zur Arbeit des DZI soll vor allem auf dem Sektor der Wirkstoffforschung liegen“, erklärt der kommissarische Wissenschaftliche Geschäftsführer des HZI, Professor Dirk Heinz. „Immer mehr Krankheitserreger werden gegen die herkömmlichen Antibiotika resistent – es ist dringend nötig, neue Substanzen und Strategien zu entwickeln, mit denen man gegen Infektionskrankheiten vorgehen kann.“  Detaillierte Projektbeschreibungen und Aufgabenverteilungen gebe es allerdings noch nicht, fügt Heinz hinzu: Sie würden erst in der jetzt bevorstehenden Phase der Konzeptentwicklung und der finalen Antragsrunde erarbeitet.

„Wir sind sehr stolz, dass wir im Kreis dieser Auswahl der leistungsfähigsten Infektionsforschungs-Einrichtungen in ganz Deutschland vertreten sind“, sagt Ulf Richter, Administrativer Geschäftsführer des HZI.  „Wir sehen diese Entscheidung auch als Aufwertung des Forschungsstandorts Braunschweig und unserer Region.“


Ausgewählte Partnerstandorte des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZI):

1 Braunschweig/Hannover (Medizinische Hochschule Hannover, Tierärztliche Hochschule Hannover, Technische Universität Braunschweig, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Leibniz-Institut Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, Zentrum für Translationsmedizin in Hannover (HCTM) und TWINCORE - Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung GmbH)


2 Hamburg/Lübeck/Borstel (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Universität Hamburg, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck, Forschungszentrum Borstel, Heinrich-Pette-Instituts für Experimentelle Virologie und Immunologie in Hamburg und Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Hamburg)


3 Bonn/Köln (Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn, Universität zu Köln und Universitätsklinikum in Köln)


4 Tübingen (Eberhard Karls Universität Tübingen und das Universitätsklinikum sowie Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen)


5 München (Technische Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Helmholtz-Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt sowie Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München)


6 Heidelberg (Universitätsklinikum Heidelberg und Deutsches Krebsforschungszentrum)


7 Gießen/Marburg (Justus-Liebig-Universität Gießen, Philipps-Universität Marburg, Paul-Ehrlich-Institut in Langen und Fachhochschule Gießen-Friedberg)

Die Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung

Das geplante DZI ist Teil des Konzeptes der „Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung“, mit denen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Erforschung und Bekämpfung der bedeutendsten Volkskrankheiten vorantreiben will. Neben dem DZI wurden auf der Basis von Gutachter-Empfehlungen auch potenzielle Partner für Forschungs-Netzwerke zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten und Krebs ausgewählt. Bereits im Jahr 2009 wurden ein Deutsches Zentrum für Diabetesforschung sowie ein Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen gegründet.

Nähere Information finden Sie auf den Seiten des BMBF.

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