Das Twincore nimmt seine Arbeit auf

Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung am 29. August eröffnet

26.08.2008

 

Twincore

Helmholtz-HZI/Dirk HansTwincore

Bessere Hygiene und Antibiotika haben in vielen Teilen der Welt bakterielle Infektionen zurückgedrängt; besiegt sind sie jedoch nicht – im Gegenteil: Manche Krankheiten wie Tuberkulose erleben gerade wieder eine gefährliche Renaissance. Erreger entwickeln Resistenzen gegen Medikamente, weltweiter Handel und Reiseverkehr transportieren Krankheitserreger um die ganze Welt. Virale Infektionen wie AIDS und Hepatitis bedrohen jährlich die Gesundheit von Millionen Menschen.

Wir brauchen also dringend neue Strategien für die Diagnose, Vorbeugung und Therapie von Infektionserkrankungen. Diese müssen sich – auf der Basis von soliden wissenschaftlichen Laborstudien – schnell in die klinische Anwendung umsetzen lassen. An dieser Schnittstelle steht ein neues Zentrum, gemeinsam gegründet vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH): Das Twincore.

 

Twincore – Doppelkern aus Grundlagenforschung und klinischer Praxis.

Am Twincore – dem Zentrum für experimentelle und klinische Infektionsforschung – in Hannover forschen Mediziner und Grundlagenwissenschaftler der verschiedensten Disziplinen. Sie untersuchen, was auf molekularer Ebene bei chronischen Infekten durch Bakterien, Viren oder Pilzen geschieht. Sie analysieren Resistenzen, erforschen, wo Impf- und Wirkstoffe ansetzen könnten und welche Rolle die genetische Disposition des Patienten dabei spielt. Die Grundlagenforscher klären die Mechanismen auf, die hinter Infektionskrankheiten stehen und entwickeln gemeinsam mit den Klinikern neuartige Diagnosemethoden, Impfstoffe und Therapien für die Patienten. „Dafür können wir jetzt am Twincore die Expertise in der Grundlagenforschung und in der klinischen Forschung aus den beiden Gründungsinstitutionen kombinieren“, sagt Prof. Ulrich Kalinke, Geschäftsführer des Twincore.

Dass dies der richtige Ansatz ist, um die klinischen Probleme mit Infektionen zu lösen, davon ist Prof. Rudi Balling, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig überzeugt: „Die Ergebnisse der Infektionsforschung werden mit Hilfe des Twincore wesentlich schneller als bisher beim Patienten ankommen.“ Grundlage dafür ist die intensive Zusammenarbeit, die Kliniker und Grundlagenwissenschaftler am Twincore starten wollen, so der Präsident der MHH, Prof. Dieter Bitter-Suermann: „Die Ärzte der MHH kennen ganz genau die Probleme, die bei der Behandlung von Patienten mit Infektionen auftauchen. Die Grundlagenforscher verfügen über die Methoden und die technische Ausrüstung, um diese Probleme zu lösen. Daher ist das in der medizinischen Wissenschaft gebrauchte geflügelte Wort ,from bench to bedside – von der Laborbank an das Krankenbett’ keine Einbahnstraße, sondern genauso werden umgekehrt „from bedside to bench“ Erfahrungs- und Lösungsvorschläge zurückgespielt. Dazu wird das Twincore einen wichtigen Beitrag leisten.“

 

Eröffnet wird das Twincore heute in unmittelbarer Nähe zur MHH. Ein ehemaliges Max-Planck-Institut ist dafür umgebaut und gründlich modernisiert worden: „Ausstattung und Rahmenbedingungen hier am Twincore sind wirklich erstklassig“, lobt Kalinke das Institut. Es profitiere enorm durch die direkte Anbindung an das HZI und die MHH. Kalinke: „Wir können durch den intensiven Kontakt mit beiden Institutionen und die Bündelung der gemeinsamen Kräfte und Fähigkeiten auf dem Sektor der Infektionsforschung ein sehr effektives und produktives Forschungsprogramm umsetzen.“

 

„In Deutschland ist dieses Translations-Modell einzigartig und beispielhaft für die Zusammenarbeit von universitärer und außeruniversitärer Forschung“, ist sich Niedersachsen Wissenschaftsminister Lutz Stratmann sicher: „In den vergangenen Jahren haben wir die Infektionsforschung systematisch zu einem Schwerpunktthema in Niedersachsen entwickelt. Ihre Leistungsfähigkeit auf dem Gebiet steht für nationale und internationale Spitzenforschung. Mit dem Twincore bekommt sie noch einmal zusätzliche Schubkraft.“

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