Chemiker Thomas Carell erhält Inhoffen-Medaille

HZI und TU Braunschweig zeichnen Nukleinsäure-Experten aus / Pressetermin um 14.30 Uhr

02.05.2016

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© Ludwig-Maximilian-Universität MünchenProf. Dr. Thomas Carell ist Preisträger des Inhoffen-Preises 2016

Die Desoxyribonukleinsäure, kurz die DNA, birgt in jeder Zelle alle Informationen, die für ihre korrekte Funktion und Interaktion mit der Umgebung notwendig sind. Der Code des Lebens ist aufgebaut aus vier unterschiedlichen Molekülen, den Basen Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin. Genauso wichtig ist jedoch die hochkomplexe Reparaturmaschinerie aus Enzymen, die das Erbgut kontinuierlich wieder stabilisiert und Fehler behebt, die sonst zu Krebs, Erbleiden oder vorzeitiger Alterung führen. Für seine herausragenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der DNA-Reparatur wird in diesem Jahr der deutsche Chemiker Prof. Dr. Thomas Carell mit dem Inhoffen-Preis geehrt.

Der mit 5.000 Euro dotierte Inhoffen-Preis gilt als die angesehenste deutsche Auszeichnung auf dem Gebiet der Naturstoffchemie. Er wird im Rahmen der Inhoffen-Vorlesung verliehen, einer gemeinsamen Festveranstaltung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), der Technischen Universität Braunschweig und des Fördervereins des HZI. Die Ehrung findet am Donnerstag, 12. Mai um 15 Uhr in der Aula im Haus der Wissenschaft Braunschweig statt.

„In herausragender Weise kombiniert Thomas Carell die umfassenden Möglichkeiten der Organisch-chemischen Synthese mit denen der Biologie und der Physik. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeiten steht die DNA als chemisch möglichst genau zu verstehendes Molekül. So sucht Thomas Carell nach bisher unbekannten chemischen Veränderungen der Grundbausteine, findet sie auch und kann sie quantifizieren. Es ergeben sich neue Möglichkeiten für die Epigenetik, also die Steuerung der Aktivität von Genen. Von höchster Qualität sind ebenso seine Arbeiten zur Reparatur von DNA, die unsere Gene vor Zerstörung bewahrt. Hier sind seine grundlegenden Erkenntnisse zur chemischen Funktionsweise von Photolyasen hervorzuheben", sagt Prof. Dr. Thomas Lindel vom Institut für Organische Chemie der Technischen Universität Braunschweig, der die Laudatio auf den Preisträger halten wird. „Es ist mir deshalb eine besondere Freude, dass der Vorstand des Fördervereins des HZI sich entschieden hat, ihn mit der Inhoffen-Medaille für seine herausragende Arbeit zu ehren.“

Thomas Carell studierte Chemie in Münster und wurde am Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung in Heidelberg promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt in den USA habilitierte er sich 1998 an der ETH Zürich und baute dort eine eigene Forschungsgruppe auf. Im Jahre 1999 wechselte er zunächst an die Philipps-Universität Marburg und 2004 an die Ludwig-Maximilian-Universität München. Prof. Carell leitet dort den Sonderforschungsbereich 749 (Dynamik und Intermediate Molekularer Transformationen) und den Exzellenzcluster CIPSM (Center for Integrated Protein Science Munich). Er ist Inhaber des Otto-Bayer Preises, des Leibniz Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

Im Rahmen der Inhoffen-Vorlesung würdigt der Förderverein des HZI auch herausragende lebenswissenschaftliche Dissertationen. Träger der mit je 1000 Euro dotierten Förderpreise sind in diesem Jahr Dr. Stephanie Pfänder und Dr. Eric Kuhnert.

Foto- und Interview-Termin
Im Vorfeld der Veranstaltung besteht um 14:30 Uhr für Medienvertreter die Möglichkeit, die Preisträger zu treffen und zu fotografieren. Nähere Auskünfte erhalten Sie unter der Telefonnummer 0531 391-2160, Technische Universität Braunschweig, Stephan Nachtigall und 0531 6181-1400, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Susanne Thiele.

Hans Herloff Inhoffen und die gleichnamige Medaille

Zum Gedenken an den 1992 verstorbenen Chemiker Prof. Hans Herloff Inhoffen veranstalten die TU Braunschweig und das HZI (damals noch: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung, kurz GBF) seit 1994 jährlich die Inhoffen-Vorlesung, bei der der gleichnamige Preis vergeben wird. Inhoffen lehrte von 1946 bis 1974 an der Technischen Universität Braunschweig und amtierte dort von 1948 bis 1950 als Rektor. Er gründete darüber hinaus 1965 das „Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik“ (IMB), das Vorläufer-Institut der GBF und damit des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung.

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