Bundesweiter Start der „Nationalen Kohorte“

HZI betreibt in Hannover eines der bundesweit 18 Studienzentren

10.11.2014

Zum Untersuchungsprogramm gehören neben Riechtests, Messungen der Handgreifstärke oder EKG-Untersuchungen ebenso Blutdruckmessungen.

©HZI / Misiak

Die Nationale Kohorte, die größte Gesundheits-studie in der Geschichte der Bundesrepublik, ist heute offiziell gestartet. Die Auftaktveranstaltung fand im Beisein der Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Johanna Wanka in Essen statt. Eines der insgesamt 18 Studienzentren befindet sich in Hannover. Es wird vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) betrieben und war schon vor dem bundesweiten Start der Studie einsatzbereit: Die Untersuchungen laufen schon seit Mai, rund 400 Personen haben bereits teilgenommen; 10.000 sollen es insgesamt in Hannover im Laufe der nächsten Jahre werden.

Mit der NAKO startet ein nationales Projekt von besonderer Tragweite und Dimension: Bund und Länder sowie die Helmholtz-Gemeinschaft finanzieren die Studie mit 210 Millionen Euro. Insgesamt sind 25 Forschungseinrichtungen beteiligt, die 18 Studienzentren eingerichtet haben. Was macht uns krank? Wie können wir uns vor Krankheiten schützen? Und warum werden bestimmte Menschen häufiger krank als andere? Zur Beantwortung dieser Fragen werden 200.000 Personen im Alter von 20 bis 69 Jahren in Deutschland über einen Zeitraum von 20 Jahren medizinisch untersucht und zu Lebensgewohnheiten sowie sozialem Umfeld befragt. Dadurch wollen die Forscher Ursachen und Risikofaktoren für Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes ergründen.

Der Schwerpunkt der Untersuchungen in Hannover sind Infektionskrankheiten. „Wir bringen unsere Expertise in der Infektionsforschung in die Studie ein“, sagt Prof. Gérard Krause, Leiter der Abteilung Epidemiologie am HZI. Welche Faktoren begünstigen Infektionen? Welche Spätfolgen können sie haben? Fragestellungen wie diese wollen Krause und seine Mitarbeiter im Rahmen der bundesweiten Studie klären.

„Wir haben in den nächsten Jahren durch die Nationale Kohorte die große Chance, einen enormen Wissensschub im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erzielen“, sagt Forschungsministerin Wanka. „Ich möchte nunmehr alle Bürgerinnen und Bürger, die einen Brief von der Nationalen Kohorte erhalten, dazu ermuntern, sich an der Studie zu beteiligen. Denn die Aussagekraft der Studienergebnisse ist umso höher, je mehr Bürgerinnen und Bürger sich aktiv beteiligen - und davon profitieren wir in Zukunft alle.“

Auch Dr. Yvonne Kemmling, Leiterin des Studienzentrums Hannover, appelliert an die Bürger: „Wir sind den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Studie sehr dankbar für die Zeit, die sie opfern und für das Vertrauen, das sie uns entgegenbringen“, sagt Kemmling. Beim ihrem Besuch im Studienzentrum durchlaufen die Probanden ein mehrstündiges Untersuchungsprogramm. Dieses umfasst neben Riechtests oder der Messung der Handgreifstärke ebenso Blutdruckmessungen und EKG-Untersuchungen. „Wir legen besonderen Wert auf eine persönliche und individuelle Betreuung der Studienteilnehmer. Sie sollen sich bei uns wohlfühlen. Schließlich möchten wir, dass sie wiederkommen“, sagt Kemmling.

Auf die kontinuierliche Mitwirkung der Probanden sind Kemmling und ihre Kollegen angewiesen, denn über die zwanzigjährige Laufzeit der Studie hinweg werden die Teilnehmer im Abstand von mehreren Jahren immer wieder in das Studienzentrum eingeladen. In Hannover wie auch den anderen Studienzentren hofft man, so langfristig zur Erkennung und Prävention vieler Volkskrankheiten beizutragen. Das Motto der Nationalen Kohorte gibt das große Ziel vor: Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft.

 

Die Nationale Kohorte
Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft, das ist der Leitgedanke der Nationalen Kohorte (NAKO), der zurzeit größten Bevölkerungsstudie in Deutschland. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Weitere Informationen finden Sie unter www.nationale-kohorte.de.