Auf Herz und Nieren

Am 16. November: Vortragsreihe „Transplantation“ am HZI

07.11.2013

Eine Ärztin im OP und zwei Ärzte im Hintergrund.

Fotolia.de © beerkoffyoung female surgeon with two doctors on background in operation room

„Auf Herz und Nieren“ prüfen wir, was uns wichtig ist. Das zeigt die grundlegende Bedeutung, die unsere Organe für uns haben. Sie übernehmen elementare Funktionen in unserem Körper und sichern unser Überleben. Versagen sie ihre Dienste, hilft oft nur eine Transplantation. Dabei ist die Reaktion des Immunsystems auf fremdes Gewebe eine besondere Herausforderung. Am 16. November geht es im dritten Teil der Vortragsreihe „Meilensteine der Medizin – Drei lebensrettende Entdeckungen“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) um Möglichkeiten, Grenzen und Zukunftsperspektiven der Transplantation. Beginn ist um 10:30 Uhr.

Die Idee, ein geschädigtes Organ oder Gewebe auszutauschen, hatten die Menschen schon im Altertum. Über das notwendige technologische Wissen für die erfolgreiche Umsetzung verfügen wir jedoch erst seit dem letzten Jahrhundert. 1954 wurde zum ersten Mal eine Niere verpflanzt, 2011 zählte die Spanische Nationale Transplantationsorganisation bereits über 76.000 Nierentransplantationen weltweit. Die Geschichte der Transplantation im 20. Jahrhundert und wie sie zu einem Meilenstein der Medizin wurde ist Thema des Vortrags von Dr. Florian Bruns, Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Augenhornhaut, Herzklappen, Leber, Lunge, Herz und mehr – eine Vielzahl von Geweben und Organen lässt sich heute verpflanzen. Ist Transplantation mehr als nur Organtausch? Dieser Frage geht Prof. Michael P. Manns von der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Er trägt den klinischen Blickwinkel zur Vortagsveranstaltung bei.

Neben der Notwendigkeit, Infektionen durch steriles Arbeiten zu vermeiden, widmen Transplantationsärzte auch dem Immunsystem besondere Aufmerksamkeit. Die unter normalen Umständen lebensrettende Aufgabe, körperfremde Strukturen zu erkennen und unschädlich zu machen, kann bei Organ- und Gewebeverpflanzungen zu bedrohlichen Situationen führen: Immunzellen erkennen, dass sich das Transplantat von den eigenen Körperzellen unterscheidet, und greifen es an. Es kommt zur Abstoßung. Um das zu verhindern, dämpfen die Ärzte das Immunsystem der Patienten mit sogenannten Immunsuppressiva. So kann es jedoch Krankheitserreger, die für ein gesundes Immunsystem kein Problem darstellen, oft nicht ausreichend bekämpfen. Die Folge sind sogenannte opportunistische Infektionen. Dieser Problematik widmet sich am 16. November HZI-Wissenschaftler Prof. Luka Cicin-Sain.  

Den Vorträgen folgt eine Diskussionsrunde, in der die Zuschauer Fragen stellen können. Die Veranstaltung beginnt um 10:30 Uhr im Forum des HZI in Braunschweig. Der Eintritt ist frei. „ Mit dem Thema Transplantation kommt unsere Veranstaltungsreihe zum Abschluss“, sagt HZI-Projektmanagerin Katja Flaig.  „Zusammen mit „Impfung“ und „Antibiotika“ haben wir dann drei bedeutende Meilensteine der Medizin vorgestellt.“ Nähere Informationen finden Sie unter www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/veranstaltungen/vortragsreihe_krankheitserregend. Rückfragen beantwortet gerne die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des HZI (Telefon: 0531-6181-1402, E-Mail: veranstaltungen@helmholtz-hzi.de).