Glossary
- Adenoviren
Diese Viren haben eine doppelsträngige DNA und sind weit verbreitet. Sie befallen Säugetiere und Vögel. Viele Adenoviren sind Erreger von Krankheiten der Atemwege und Verdauungsorgane. In der Gentechnik werden Adenoviren mit geringer Pathogenität für den Gentransfer verwendet.
- Adhäsion
Im bakteriologischen Sinn bezeichnet dieser Begriff die Anheftung von Bakterien an Schleimhautoberflächen. Die Adhäsion gehört zu den ersten wichtigen Schritten im Infektionsprozess.
- AIDS
- Acronym forAcquired Immune Deficiency Syndrome
Diese Abkürzung steht für das Aquired Immuno Deficiency Syndrom, also dem Syndrom der erworbenen Immunschwäche. Hinter dem Syndrom steht eine Infektion mit dem HI-Virus. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten, insbesondere mit Blut.
- Aktinfilamente
Dynamische Strukturproteine. Teile des Zytoskeletts, stabilisieren die äußere Zellform, sind zentraler Bestandteil des Bewegungsapparates und sind das intrazelluläre Transportsystem.
- Algorithmus
Lösungsverfahren mit exakt definierter Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems in endlich vielen Schritten. Beispiel: Waschmaschinenprogramme oder Programme zum Ausfüllen von Formularen.
- Allergie
Bezeichnet eine Fehlfunktion des Immunsystems. Sie führt zu einer überschießenden Abwehrreaktion gegen normalerweise harmlose Stoffe, sogenannte Allergene. Charakteristisch ist dabei eine starke Entzündungsreaktion, die Symptome wie Hautausschlag, Heuschnupfen, Asthma, Erbrechen und Durchfällen bis hin zum Kreislaufversagen zur Folge hat. Die Allergie wird durch eine übersteigerte Aktivierung von weißen Blutkörperchen (Mastzellen und basophile Granulozyten) durch den Antikörper Immunglobulin E (IgE) verursacht.
- Amyloid
Strukturell veränderte Proteine außerhalb der Zelle. Bilden unlösliche Ablagerungen in Form von Beta-Fibrillen.
- Antibiotika
Wirkstoffe gegen bakterielle Infektionen, entweder bakteriozid, indem sie Bakterien abtöten, oder bakteriostatisch, indem sie das weitere Wachstum der Bakterien verhindern. Oft kommen Breitband-Antibiotika zum Einsatz, die ein breites Wirkungsspektrum haben. Der häufige und nicht sachgemäße Einsatz von Antibiotika führt dazu, dass immer mehr resistente Keime auftreten. Deshalb suchen Wissenschaftler ständig nach neuen antibiotisch wirksamen Substanzen. Das älteste und auch bekannteste Antibiotikum ist das Penicillin, entdeckt von Alexander Flemming (1881-1955), der 1945 den Nobelpreis für seine Entdeckung erhielt. Penicillin stammt aus dem Pilz Penicillium chrysogenum und inhibiert, also bremst, die Zellteilung der Bakterien.
- Antibiotikaresistenz
Bakterien haben verschiedene Abwehrmechanismen gegen Antibiotika entwickelt. Diese Resistenz kann darin bestehen, dass das Antibiotikum durch spezifische Transport-Systeme wieder aus der Zelle ausgeschleust wird bevor es wirkt, oder das Antibiotikum wird enzymatisch inaktiviert. Die Gene für die Resistenz sind häufig auf einem Plasmid lokalisiert – einem ringförmigen DNA-Stück außerhalb des Bakterien-Chromosoms. Da Plasmide zwischen Bakterien innerhalb einer Art, aber auch zwischen verschiedenen Arten ausgetauscht werden, können Antibiotika-Resistenzen schnell weitergegeben werden. Auf diese Weise werden therapeutische Antibiotika allmählich wirkungslos. Molekularbiologen nutzen die Resistenz-Gene gegen bestimmte Antibiotika um genetisch veränderte Zellen zu identifizieren. Dazu bauen sie sie gemeinsam mit dem gewünschten Gen ein. Werden die so veränderten Zellen in einem Medium mit dem bestimmten Antibiotikum gezüchtet, können nur diejenigen überleben, die sowohl das Resistenzgen als auch das zusätzliche Gen aufgenommen haben und in denen es aktiv geworden ist.
- Antigene
Fremdkörper, die von Antikörpern als solche erkannt und gebunden werden.
- Antigenspezifische Zelle
Abwehrzellen des Immunsystems, die auf ein bestimmtes biologisches Molekül aus dem Krankheitserreger – das Antigen – reagieren.
- Antikörper
Ein Antikörper ist ein von Lymphozyten (speziellen Zellen des Immunsystems) gebildetes Protein, das in das Blutplasma abgegeben wird. Antikörper können eingedrungene Fremdkörper binden und eine Folgereaktion des Immunsystems auslösen, die zur Eliminierung des Fremdkörpers führt. Die Antikörper erkennen dabei ganz spezifische Abschnitte, die Epitope, an die sie binden. Ein Fremdkörper kann verschiedene Antikörper tragen. Aber jeder Lymphozyt produziert nur einen spezifischen Antikörper.
- Atom
Kleinster chemisch nicht teilbarer Baustein der Materie.
- Autoimmunerkrankung
Krankheiten, bei denen das Immunsystem überschießend reagiert und sich gegen körpereigenes Gewebe richtet. Es greift körpereigenes Gewebe wie einen Fremdkörper an. Die Folge: Entzündungsreaktionen, die die betroffenen Organe schwer schädigen.
- Autoinducer
Niedermolekulares Signalmolekül – auch Pheromon genannt – das von Bakterien zur Steuerung des Quorum sensing eingesetzt wird.
- Autoklav
Gerät zum Sterilisieren von Laborgeräten. Zu den Laborsicherheitsmaßnahmen der Gentechnik gehört auch das Sterilisieren von Arbeitsmaterial und von mikrobiell kontaminierten Abfällen aller Art (Einweghandschuhe, Laborkittel, Wischtücher etc.) in 120°C heißem Wasserdampf und bei 2 bar Druck. Im Wesentlichen besteht ein Autoklav aus einem metallenen, gelochten Kessel, in den das Material gelegt wird, und einem Wasserdampferzeuger. Gut verschließbar muss das Ganze sein, damit nicht durch entweichenden Wasserdampf eventuelle Keime erneut in Umlauf kommen.
- B-Zellen
Träger der so genannten humoralen Immunität. Werden bei Vögeln in der so genannten Bursa fabricii gebildet, beim Menschen im den lymphatischen Organen bzw. dem Knochenmark (engl. bone marrow), deshalb der Name B-Zellen. B-Zellen tragen ihre Antikörper auf der Oberfläche, die sie, wenn sie sich zu Plasmazellen weiterentwickeln, auch ins Plasma abgeben können. Mit Antikörpern markierte Fremdkörper können erkannt und abgebaut werden.
- Bacillus anthracis
Milzbrand-Erreger. Dieses Bakterium bildet wie alle Bacilli Sporen als Dauerform. Gelangt es in Wunden, kommt es zu massiver Gewebeschädigung durch das ausgeschiedene Gift, das so genannte Anthraxtoxin.
- Bakterium
Ein Bakterium vermehrt sich durch Zweiteilung und besitzt keinen Zellkern. Bakterien sind Prokaryoten. Man unterscheidet grob zwei Typen von Bakterien, die Gruppe der Gram-positiven und die der Gram-negativen. Modellorganismus: E. coli
- Bazillen
Umgangssprachliche Bezeichnung für Bakterien. Die eigentlichen Bacilli bilden innerhalb der Bakterien eine eigene Gattung. Beispiel: Bacillus anthracis
- Biodegradation
- Biodegradation is the decomposition of organic material by microorganisms.
The term biodegradation is often used in relation to sewage treatment, environmental remediation (bioremediation) and to plastic materials although biodegradation is perhaps better regarded as the closing of the loop commencing with photosynthesis. Whereas photosynthesis is the process of creating growing matter through the conversion of carbon dioxide (CO2) and water (H2O) into plant material through the action of sunlight, biodegradation is the process of converting organic materials back into CO2 and H2O through microbial action. Biodegradable matter is material that will biodegrade. For example, most plastic bags are not biodegradable, but paper bags are in a general sense. However, paper is usually not biodegradable according to the principal world standards because paper generally contains too many heavy metals to comply. In managing waste disposal, degradability can make an important difference, because plastic bags stay around forever if left as litter, whereas paper bags will eventually decompose. There is a third category of materials, biodegradable plastics, such as MaterBi, which will biodegrade, while others such as polylactide (PLA) will compost.
- Biofilm
Verschiedene Mikroorganismenarten schließen sich zu Gemeinschaften zusammen und verkleben untereinander zu Schleimschichten, den Biofilmen, die an Oberflächen angeheftet sind. Biofilme sind in der Natur allgegenwärtig. Sie führen beispielsweise zu Belägen auf den Zähnen, machen im Wasser liegende Steine glitschig oder besiedeln Implantate wie Katheter und künstliche Gelenke. Für die Infektionsforschung sind sie von Bedeutung, da sich Erreger in den Biofilmen vor dem Immunsystem oder Medikamenten verstecken und so ungehindert Krankheiten auslösen können.
- Biologisch aktive Substanzen
Stoffe, die eine Reaktion in lebenden Organismen auslösen.
- Biosynthetics
Also known as bioplastic. Materials analogous to synthetics, primarily produced from renewable raw materials. They are processed using the same procedures as with standard synthetics. Biosynthetics are distinct from biocomposites and natural fibre-reinforced synthetics.
- Blut-Hirn-Schranke
Barriere im Gehirn, die den Blutkreislauf und das Zentralnervensystem trennt. Sie hält die Milieubedingungen des Gehirns aufrecht und grenzt sie von denen des Blutes ab. Schutz vor Krankheitserregern, Toxinen und Botenstoffen.
- Blutgerinnung
Dieser lebenswichtige und schnelle Prozess verhindert, dass durch eine Verletzung zu viel Blut verloren geht. Sofort nach der Verletzung verengen sich die Gefäße. Blutplättchen (Thrombozyten) heften an das Leck an. Sie verkleben untereiander zu einem losen Wundverschluss, der durch das Gerinnungssystem im Blutplasma zu einem festen Pfropf aus Fibrin verstärkt wird. Daraufhin setzt die Wundheilung ein. Genetische Defekte können zu einer erhöhten Neigung zur Blutung (Hämophilie) oder Gerinselbildung (Thrombose) führen.
- Chemotherapy
Medicinal treatment of cancer and infections.
- Cholera
Durchfallerkrankung, ausgelöst durch das Bakterium Vibrio cholerae. Verbreitet wird das Bakterium durch kontaminiertes Wasser und kontaminierte, also verunreinigte, Lebensmittel. Wie bei vielen Durchfallerkrankungen ist auch hier der Flüssigkeitsverlust die größte Gefahr für den Körper.
- COPD
chronic obstructive pulmonary disease. Sammelbegriff für Krankheiten der Lunge. Charakteristische Symptome: Husten, vermehrter Auswurf, Atemnot bei Belastung. Besonders die Ausatmung ist behindert.
- Diversität
Biologische Vielfalt der Arten auf der Erde, genetische Vielfalt und Vielfalt von Ökosystemen.
- DNA
- Acronym forDesoxyribonucleic Acid
Deoxyribonucleic acid (DNA) is a nucleic acid —usually in the form of a double helix— that contains the genetic instructions specifying the biological development of all cellular forms of life, and most viruses. DNA is a long polymer of nucleotides and encodes the sequence of the amino acid residues in proteins using the genetic code, a triplet code of nucleotides.
In complex eukaryotic cells such as those from plants, animals, fungi and protists, most of the DNA is located in the cell nucleus. By contrast, in simpler cells called prokaryotes, including the eubacteria and archaea, DNA is not separated from the cytoplasm by a nuclear envelope. The cellular organelles known as chloroplasts and mitochondria also carry DNA.
DNA is often referred to as the molecule of heredity as it is responsible for the genetic propagation of most inherited traits. In humans, these traits can range from hair colour to disease susceptibility. During cell division, DNA is replicated and can be transmitted to offspring during reproduction. Lineage studies can be done based on the facts that the mitochondrial DNA only comes from the mother, and the male Y chromosome only comes from the father.
Every person's DNA, their genome, is inherited from both parents. The mother's mitochondrial DNA together with twenty-three chromosomes from each parent combine to form the genome of a zygote, the fertilized egg. As a result, with certain exceptions such as red blood cells, most human cells contain 23 pairs of chromosomes, together with mitochondrial DNA inherited from the mother. - Durchseuchungsrate
Verbreitung einer Infektionskrankheit in einem Gebiet.
- E. coli
- Abbreviation for
Escherichia coli
- Ebola
Hämorrhagisches (mit Blutungen einhergehendes) Fieber, ausgelöst durch ein hochgradig ansteckendes Filovirus.
- EHEC
Abkürzung für „Enterohämorrahgische (= Darmblutungen auslösende) Escherichia coli“. Eine krankheitserregende Variante des harmlosen Darmbakteriums E. coli.
- Einzeller
Im Gegensatz zu den Bakterien besitzen Einzeller einen echten Zellkern. Hierzu zählen Pantoffeltierchen, aber auch der Erreger der Malaria.
- Endemie
Infektionskrankheit, die in einer bestimmten Region ständig auftritt, also örtlich, aber nicht zeitlich begrenzt.
- Epidemie
Infektionskrankheit, die örtlich und zeitlich begrenzt auftritt.
- Epidemiologie
Lehre von den Faktoren, die die Verbreitung einer Krankheit beeinflussen, die Ursachen und Risikofaktoren ermittelt. Die Infektionsepidemiologie untersucht diese Faktoren bei übertragbaren Krankheiten.
- Erreger
Krankheitserregende Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen und Parasiten.
- Erythrozyten
Die roten roten Blutkörperchen dienen dem Sauerstofftransport. Ihre Farbe verdanken sie dem roten Farbstoff Hämoglobin. Sie enthalten keinen Zellkern, daher findet sich auch keine DNA in den Erythrozyten. Ausnahme: bei Malaria, weil sich der Erreger in den roten Blutkörperchen einnistet.
- Escherichia coli
eines der häufigsten Bakterien im menschlichen Körper. E. coli ist Bestandteil der natürlichen Darmflora und gehört zur Bakterien-Familie Enterobacteriaceae. E. coli gehört zu den bestuntersuchten Lebewesen: Genetiker und Molekularbiologen arbeiten seit vielen Jahren mit diesem relativ einfachen Bakterium. Neben dem harmlosen Darmbewohner gibt es auch pathogene Varianten: EPECs (enteropathogenic E. coli) und EHECs (enterohaemorrhagic E. coli).
- Eukaryoten
Der französische Biologe Edouard Chatton prägte 1925 die Begriffe eukaryotisch und prokaryotisch. Eukaryoten sind Organismen, deren Zellkern durch eine Kernmembran umgeben und bei denen die Zelle durch Membranen in separate funktionale Bereiche, die Kompartimente, unterteilt ist. Mensch, Tier, Pflanze und Einzeller sind in diesem Sinne Eukaryoten. Bakterien dagegen sind Prokaryoten, weil sie keinen von einer Membran umgebenen Zellkern besitzen. Entwicklungsgeschichtlich stammen wohl alle eukaryotischen Zellen von prokaryotischen Ahnen ab. Nach der Endosymbionten-Hypothese schluckten manche Prokaryoten andere Prokaryoten und lebten mit ihnen zunächst in einer Art Symbiose zusammen. So entwickelten sich die Mitochondrien, die Kraftwerke der eukaryotischen Zelle und die grünen Chloroplasten der Pflanzenzellen.
- GBF
- Acronym forGesellschaft für Biotechnologische Forschung
Seit Juli 2006 ist aus der "Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)" das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung geworden.
- Gedächtniszellen
besonders langlebige B-Zellen, die sich an frühere Infektionen „erinnern“.
- Gen
Ist ein Abschnitt auf der Desoxyribonukleinsäure (DNA), der eine Informationseinheit bildet und durch Vererbung auf die Nachkommen weitergegeben werden kann. Die Gene enthalten Baupläne für ein oder mehrere Merkmale des Körpers, die beispielsweise das Aussehen einer Person bestimmen. Die Baupläne sind in einem chemischen Vier-Buchstaben-Code verschlüsselt. Dieser wird, streng reguliert, über einen Zwischenschritt in ein Protein übersetzt, das dann Eigenschaften wie Haar- oder Augenfarbe aber auch Anfälligkeit für Infektionskrankheiten beeinflusst.
- Gensequenz
Reihenfolge der Desoxyribonukleinsäure- Abschnitte im Erbgut.
- Gentherapie
Einbau von Genen in Zellen eines Lebewesens, um Gendefekte zu kompensieren. Gendefekte liegen vor, wenn dem Lebewesen ein Gen fehlt oder mutiert ist und dadurch die Funktion verliert. Gendefekte sind meist erblich bedingt.
- Grippevirus
Der Erreger der Grippe, das Influenzavirus A oder B, gehört zu den Orthomyxoviren. Eine Immunisierung ist durch Grippeschutzimpfung möglich, die sich jeweils am Erreger des Vorjahres orientiert. Der Impfschutz währt maximal ein Jahr. Die letzten großen Pandemien waren die Spanische Grippe (1918-1920), die Asiatische Grippe (1957) und die Hong-Kong-Grippe (1968). Vgl. auch Vogelgrippe.
- H5N1
Das H5N1-Virus gehört zu den Orthomyxoviren. Der natürliche Wirt für das Virus sind Wasservögel. Die Infektion des Menschen geschieht durch Verzehr von infiziertem Geflügelfleisch oder durch Kontakt mit Blut, Speichel oder dem Kot erkrankter Tiere. Durchgegartes Geflügel gilt als ungefährlich. Die Definition des Virus läuft über die Diagnose des Hämagglutinin-Typs und des Neuraminidase-Typs. H5N1 hat also das Hämagglutinin vom Typ 5 und die Neuraminidase vom Typ 1. Die bisher bekannten Medikamente (Zanamivir, Oseltamivir) wirken hemmend auf die Neuraminidase des Erregers.
- Haemophilus influenzae
Bakterium, das häufig mit Grippe assoziiert auf den Schleimhäuten auftritt, jedoch nicht der Erreger der Grippe ist. Es verursacht vor allem sekundäre, begleitende Symptome. Das Genom von H. influenzae wurde 1995 als eines der ersten vollständig sequenziert.
- Hämoglobin
Ist ein eisenhaltiges Protein, das den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ihre Farbe verleiht. Seine Aufgabe besteht darin, Sauerstoff in der Lunge zu binden und über die Blutbahn zu den Gefäßen und Geweben zu transportieren. Auf dem Rückweg durch den Körper nimmt das Hämoglobin einen Teil des Stoffwechselproduktes Kohlendioxid (CO2) mit und gibt es an die Lungen ab.
- HeLa-Zellen
HeLa-Zellen gehören zu den im Labor meistverwendeten Tumorzellen. Ihr Name leitet sich vom Namen der Spenderin ab: Henrietta Lacks, einer 31-jährigen US-Amerikanerin, die an Gebärmutterhalskrebs erkrankt war. Im Jahr 1951 wurden Henrietta Lacks Tumorzellen entnommen, die sich in Kulturgefäßen kontinuierlich weitervermehrten. Auf diese Weise wurde die erste menschliche Zelllinie etabliert. Als „immortalisierte“ Zelllinie wächst sie heute in vielen Laboren weltweit, und liefert ein wertvolles Hilfsmittel für das Verständnis medizinischer und zellbiologischer Prozesse.
- Helferzellen
Eigentlich T-Helferzellen, sie veranlassen bei Kontakt mit einem Erreger die Bildung von B-Zellen und T-Zellen.
- Helicobacter pylori
Bakterium, das Magengeschwüre hervorruft. Früher vermutete man, dass das Milieu im Magen mit pH 1 so sauer ist, dass es alle Bakterien abtötet. Aber das Bakterium, das Magengeschwüre verursacht, wendet einen Trick an: Es nistet sich in der Magenschleimhaut ein und produziert dort Ammoniak, eine starke Base, die die Magensäure rund um das Bakterium neutralisiert. 1983 wurde Helicobacter pylori von Barry Marshall und J. Robin Warren aus Perth, Western Australia, entdeckt. Die medizinische Forschung vermutete trotzdem bis etwa 1989, dass Magengeschwüre andere Ursachen (psychologische Faktoren, Übersäuerung des Magens) haben. Erst im Dezember 2005 wurden die beiden Forscher für ihre Arbeiten zu Helicobacter pylori mit dem Nobelpreis für Physiologie/Medizin ausgezeichnet.
- Hepatitis
Inflammation of the liver. Triggered by viral infection and other causes.
- Hepatitis B
Infectious disease of the liver with the hepatitis B virus, the infection may be acute, but sometimes also chronic. The most common virus infection worldwide and the most common cause of chronic liver disease.
- Hirnhautentzündung
Meningitis. Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Geht einher mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und steifem Nacken. Bakterielle Meningitis ist lebensbedrohlich und muss mit Antibiotika behandelt werden.
- Hormon
Biochemische Botenstoffe mit sehr spezifischer Wirkung, die von hormonbildenden Drüsen nach äußeren Signalen ausgeschüttet werden. Sie geben Informationen innerhalb des Organismus weiter, indem sie an Rezeptoren des Zielgewebes binden. Beispiele: Schilddrüsenhormone, Adrenalin, die Sexualhormone Testosteron/ Östrogen.
- Humanpathogen
- Definition for
einen Erreger, der beim Menschen Krankheiten auslöst.
- Immunabwehr
Sie umfasst alle Mechanismen des Immunsystems, die zur Abwehr von Krankheitserregern dienen.
- Immundefekt
Es gibt angeborene Immundefekte, meist erblich bedingte Fehler und Mängel der Immunzellen, der B-Zellen und T-Zellen, und erworbene Immundefekte, wie z. B. AIDS.
- Immunität
Eine überstandene Infektionskrankheit, wie z. B. die Masern, hinterlässt einen Schutz vor der Erkrankung und macht den Patienten unempfindlich gegenüber dem Erreger. Bei dieser Unempfindlichkeit spricht man von erworbener Immunität. Die erworbene Immunität richtet sich immer gegen einen speziellen Erreger. Die angeborene Immunität ist unspezifisch und bedeutet eine Art Basisabwehr, die sich gegen alle fremden Partikel im Körper richten kann. Als wichtige Elemente sind hier die Makrophagen, die Killerzellen und die Interferone zu nennen.
- Immunsuppression
Künstliche Unterdrückung der normalen Immunabwehr, um beispielsweise die Abstoßung eines transplantierten Organs zu verhindern.
- Immunsystem
Das Abwehrsystem des Körpers gegen Krankheitserreger. Seine wichtigsten Bestandteile sind das Knochenmark, in dem die T-Zellen heranreifen und das Bursa-Äquivalent, in dem die B-Zellen gebildet werden, sowie die lymphatischen Organe: der Thymus, die Milz und die Lymphknoten.
- Impfstoff
eine Substanz oder ein Substanzgemisch zum Aufbau eines Immunschutzes gegen Infektionserreger. Als Lebendimpfstoff enthält er Erreger, die zwar in ihrer Virulenz und Pathogenität abgeschwächt sind, aber noch vermehrungsfähig. Impfstoffe werden in Lebendimpfstoffe und Totimpfstoffe unterteilt.
- Impfung
Geimpft wird entweder aktiv: mit abgeschwächten Erregern, mit inaktivierten Toxinen oder Antigenen. Oder passiv: mit Antikörpern. Die Impfung erfolgt entweder parenteral, also durch eine Injektion in den Muskel (intramuskulär) oder die Unterhaut (subkutan), oder oral, wie bei der Schluckimpfung, oder nasal, über die Nasenschleimhaut. Der Patient ist nach der Impfung immunisiert, also geschützt gegen den Erreger. Gegen viele Infektionskrankheiten gibt es noch keinen Impfstoff – die Wissenschaftler suchen fieberhaft nach neuen, sicheren und preiswerten Impfungen.
- Infekt
Umgangsprachlich für Infektion.
- Infektion
Anheften und Eindringen eines Krankheitserregers in den Körper. Infektionen können durch Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen oder Parasiten erfolgen. Nicht jeder Infektion folgt eine Erkrankung!
- Infektionsherd
Ursprung einer Infektion.
- Infektionsschutzgesetz
In diesem Gesetz wird geregelt, welche Infektionskrankheiten meldepflichtig sind. Zweck dieses Gesetzes ist, übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen. Es kann auf den Webseiten des Justizministeriums eingesehen werden. http://bundesrecht.juris.de/ifsg/index.html
- infektiös
Eine Krankheit ist ansteckend.
- Inkubationszeit
Bezeichnet den Zeitraum, der zwischen der Ansteckung mit einem Erreger und dem ersten Auftreten von Krankheitssymptomen liegt. Die Länge des Zeitraums ist dadurch bedingt, dass sich die Erreger zunächst an ihrem Eintrittsort vermehren und sich erst im zweiten Schritt beispielsweise über die Blutbahn an ihre Zielorgane ausbreiten. Die Inkubationszeit ist für die jeweilige Infektionskrankheit charakteristisch und kann wenige Stunden bis einige Jahrzehnte betragen.
- Interferons
Tissue hormones of the body that stimulate the immune system and have antiviral and antitumoral effects. Divided into the groups alpha, beta, gamma and lambda interferon.
- Internalin
Invasionsprotein von Listeria monocytogenes. Existiert in zwei Formen – A und B. Internalin ist auf der Oberfläche des Bakteriums lokalisiert und bindet an das zelluläre Transmembranprotein Cadherin
- Invasion
Eindringen des Erregers in die Wirtszelle. Viren, die sich nicht selbstständig vermehren können, sind immer auf ihren Wirt und dessen Proteinausstattung angewiesen. Aber auch manche Bakterien dringen in die Wirtszelle ein, wie z. B. Listerien und Salmonellen.
- Inzidenz
Häufigkeit von Neuerkrankungen.
- IR
- Acronym forInter Regio
- Katheter
Röhrchen oder Schläuche, mit denen Hohlorgane wie Harnblase, Magen, Darm, Gefäße, Ohr oder Herz sondiert, entleert, gefüllt oder gespült werden können.
- Kernspinresonanz- Spektrometer
NMR, von nuclear magnetic resonance. Spektroskopische Methode, die die Untersuchung der elektronischen Umgebung einzelner Atome und der Wechselwirkungen mit seinen Nachbaratomen ermöglicht.
- Killerzellen
Natürliche Killer-Zellen: diese Zellen werden ohne vorhergehende Stimulierung des Immunsystems aktiv. Sie erkennen Antigene sofort und ohne vorherige Stimulierung.
- Kinase
Enzyme aus der Klasse der Transferasen
- Kinderkrankheiten
Zu den so genannten Kinderkrankheiten gehören verschiedene Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln, Scharlach oder Windpocken. Kinderkrankheiten sind dadurch definiert, dass sie meist im Kindesalter durchlebt werden und eine lebenslange Immunität hinterlassen. Heute gibt es gegen die meisten Kinderkrankheiten zuverlässige Impfungen.
- Knock-out-Maus
Mäusestämme, bei denen ein Gen gezielt inaktiviert wurde. Aus der Entwicklung und dem Stoffwechsel solcher Mäuse lassen sich Rückschlüsse auf die Funktion der betreffenden Gene bzw. Proteine ziehen. Die Wissenschaftler setzen Knock-out-Mäuse als Tiermodell für bestimmte Krankheiten des Menschen ein. Es gibt auch Knock-in-Mäuse, denen ein zusätzliches Gen eingeführt worden ist, meist wird bei ihnen ein Maus-Gen gegen ein menschliches Gen ausgetauscht.
- Komplement-System
Teil der angeborenen Immunität. Wehrt unspezifisch Krankheitserreger ab. Besteht aus etwa 20 verschiedenen Proteinen, den so genannten Komplement-Faktoren. Die aktivierten Komplementfaktoren markieren den Erreger für die Immunzellen und bilden einen lytischen Komplex, der die Membran des Erregers angreift und zum Platzen bringt.
- kontagiös
Ein Patient ist ansteckend.
- Kontaktinfektion
eine direkt, durch Berührung einer infizierten Person, oder indirekt durch Berührung von kontaminierten Gegenständen (Türklinken, Haltegriffen, Treppengeländern, etc.) hervorgerufene Infektion.
- Krankenhauskeime
sind sogenannte nosokomiale Keime. Mikroorganismen, die vorwiegend in Krankenhäusern Infektionen auslösen, die nicht im Zusammenhang mit der Grunderkrankung des Patienten stehen.
- Krebs
Maligne (bösartige) Tumorerkrankung. Krebs ist für etwa 13% aller Todesfälle weltweit verantwortlich und damit eine der häufigsten Todesursachen. Viele verschiedene Faktoren begünstigen Krebserkrankungen, sind also kanzerogen. Dazu gehört das Rauchen, verschiedene Chemikalien (wie z. B. Ethidiumbromid) und UV-Licht, aber auch bestimmte Viren, wie das Papilloma-Virus. Der große Unterschied zwischen normalen Zellen und Krebszellen: Krebszellen teilen sich unbegrenzt und wuchern ohne Rücksicht auf die Zellen in ihrer Umgebung ungehindert weiter, sie sind also unsterblich (immortal) geworden. Diesen Faktor macht man sich in der Zellkultur (HeLa-Zellen) zu Nutze.
- Lebendimpfstoff
Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte Erreger. Eine Impfung mit einem Lebendimpfstoff führt meist zu einer lebenslangen Immunisierung.
- Leukämie
Blutkrebs. Erkrankung des blutbildenden Systems, bei der vermehrt unreife weiße Blutkörperchen gebildet werden. Sie breiten sich im Knochenmark aus und stören die Blutbildung – vor allem der roten Blutkörperchen, der Blutplättchen und funktionsfähiger weißer Blutkörperchen.
- Leukozyten
die weißen Blutkörperchen. Diese verfügen im Gegensatz zu den Erythrozyten nicht über Hämoglobin. Leukozyten übernehmen verschiedene Funktionen in der Erregerabwehr. Zu ihnen gehören die Lymphozyten.
- Listeria
Für Menschen ist nur ein Vertreter dieser Bakterienart krankmachend, und zwar Listeria monocytogenes. Der Erreger gelangt durch rohe, kontaminierte Nahrung in das Verdauungssystem. Obwohl Listerien weit verbreitet sind, ist die Zahl der Erkrankungen niedrig. Das Immunsystem bekämpft in der Regel die Erreger. Ist die Abwehr jedoch geschwächt, kann es zu einer Hirnhautentzündung oder Sepsis mit tödlichem Verlauf kommen. Schwangere Frauen können durch die Infektion mit Listerien Fehlgeburten erleiden.
- Listeria monocytogenes
Stäbchenförmiges, gram-positives, bewegliches Bakterium. In der Regel pathogen, verursacht multiple Infekte.
- Listeriose
Durch Bakterien der Gattung Listeria verursachte Infektionskrankheit. Hochansteckend, kommt vor allem bei Schwangeren, deren Föten, bei Neugeborenen sowie immunsupprimierten Patienten vor.
- Lymphozyten
Die Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen und dienen der Erkennung von Krankheitserregern. Sie gliedern sich in B-Lymphozyten, T-Lymphozyten und natürliche Killerzellen.
- Makrophagen
Gehören zu den Phagozyten, Fresszellen.
- Malaria
Sumpffieber. Der Erreger ist der Einzeller Plasmodium sp., der durch die Anopheles-Mücke übertragen wird. Plasmodium lebt in den roten Blutkörperchen des Patienten und vermehrt sich dort bis das Blutkörperchen platzt. Damit einher geht das typische Symptom der Malaria: das periodisch wiederkehrende Fieber.
- Masern
Obwohl seit etwa 40 Jahren ein sicherer und wirksamer Impfstoff verfügbar ist, sterben noch immer jährlich etwa 2 Millionen Kinder an der Infektion mit diesem Paramyxovirus. Übertragen wird das Virus durch Tröpfcheninfektion. Typisches Krankheitsbild ist der Ausschlag am ganzen Körper. Komplikationen sind häufig allergisch oder bakteriell verursacht: So kommt es in manchen Fällen zu Bronchitis, Blinddarm-, Mittelohr- oder Hirnhautentzündung.
- Mauslinie
Mäuse mit identischem Erbgut.
- Melanin
Rötliche, braune oder schwarze Pigmente, die durch enzymatische Oxidation des Tyrosins entstehen. Färben Haut, Haare und Augen. Kommen in Wirbeltieren, Insekten, Mikroorganismen, Pflanzen und in der Tinte der Tintenfische vor. Wirbeltiere bilden es in Melanozyten der Haut und in der Netzhaut.
- Meldepflicht
Gefährliche Krankheiten müssen von den jeweiligen Gesundheitsämtern gemeldet werden. Einen Einblick in die aktuelle Verbreitung meldepflichtiger Krankheiten gibt das Epidemiologische Bulletin des RKI. Meldepflichtig sind z. B. Cholera, Masern, Pest.
- Mendel´sche Vererbungslehre
Benannt nach Gregor Mendel. Erfasst die Vererbung von Merkmalen, deren Ausprägung von nur einem Gen bestimmt wird.
- Metagenomic
Zusammengesetzt aus Metaanalyse – einem statistischen Prozess – und Genomik – der Analyse der kompletten Erbinformation eines Organismus. Metagenomik erfasst mit molekularbiologischen Methoden die Gesamtheit der Mikroorganismen eines Biotops.
- Minimale Infektionsdosis
Anzahl an Zellen, Sporen, etc., die mindestens übertragen werden müssen, um eine Infektion auszulösen. Die Dosis schwankt von Erreger zu Erreger.
- Modellorganismus
Organismen, an denen Wissenschaftler die Mechanismen, z. B. von Infektionskrankheiten, ihrer Prävention, also ihrer Verhinderung, und Therapie studieren. Dazu gehört die Fruchtfliege Drosophila, der Zebrafisch, der Fadenwurm C. elegans, das Bakterium E. coli und die Maus, vgl. auch Knock-Out-Maus.
- Molekül
Teilchen, das aus zwei oder mehr Atomen besteht, die durch Atombindungen stabil miteinander verknüpft sind.
- Monoklonale Antikörper
Monoklonale Antikörper gehören zu einem Klon und erkennen ein bestimmtes Antigen. Zu ihrer Herstellung wird eine Plasmazelle, die ein bestimmtes Antigen produziert, mit einer Tumorzelle verschmolzen. Das Verschmelzungsprodukt, Hybridom genannt, besitzt von der Tumorzelle die Fähigkeit zur unbegrenzten Teilung und von der Plasmazelle die Fähigkeit der Produktion des Antikörpers. Alle Zellen, die hieraus entstehen, haben dasselbe Erbgut und produzieren denselben monoklonalen Antikörper. Monoklonale Antikörper werden in der medizinischen Diagnostik und Forschung eingesetzt. Die Herstellung monoklonaler Antikörper gelang erstmals den Immunologen Milstein und Köhler, die dafür 1984 den Nobelpreis erhielten.
- Motilität
Bewegungsfähigkeit im medizinischen Sinne. Insbesondere die unwillkürlichen Bewegungsvorgänge wie die des Darms. Im erweiterten Sinn: Beweglichkeit der Skelettmuskulatur und der Augen.
- MRSA
Die Abkürzung steht für „Methillicin-resistente Staphylococcus aureus“-Stämme. Infektionen mit solchen Bakterien sind nur schwer zu behandeln, da sie einer Vielzahl von Antibiotika wie Penicillin widerstehen können.
- Mycobakterien
In dieser Bakteriengattung finden sich gleich mehrere pathogene Vertreter: Mycobacterium tuberculosis löst die Tuberkulose aus, Mycobacterium leprae verursacht Lepra, eine Infektion mit Mycobacterium ulcerans führt zur Bildung des Buruli-Ulcus, einem Geschwür, das vor allem in Afrika verbreitet ist. Der besondere Zellwandaufbau dieser Bakterien macht sie weitgehend unempfindlich gegen viele Antibiotika.
- Necrosis
Death of one or more cells in the living organism due to external influences. Examples: toxins, bacteria, nutrient and oxygen deficiency, radioactivity. As a result, adjacent tissue becomes inflamed.
- Nosokomiale Infektion
Infektion mit einem meist multiresistenten Krankenhauskeim. In Arztpraxen und Krankenhäusern finden sich durch den häufigen Einsatz von Antibiotika viele Keime, die gegen die gebräuchlichen Antibiotika resistent sind. Eines der gefürchteten Beispiele sind die MRSA, die Methicillin-resistenten Stämme des Staphylococcus aureus. Gegen dieses Bakterium hilft oft nur noch eines der wenigen Reserveantibiotika, die nur in Ausnahmefällen verordnet werden dürfen.
- Ökologie
Teilgebiet der Biologie, das die Wechselwirkungen der Organismen untereinander und mit ihrer Umwelt untersucht.
- Oncogene
Part of the normal genetic makeup of a cell. Functions as a cancer gene in the event of mutation or abnormal regulation.
- Opportunistisches Humanpathogen
Nur unter bestimmten Umständen wirkt dieser Organismus als Pathogen. Gesunden Menschen mit einer intakten Immunabwehr kann das opportunistische Humanpathogen nichts anhaben. Aber Patienten, deren Immunsystem geschwächt ist, ob durch eine Erkrankung, einen Immundefekt oder eine Immunsupression, sind besonders empfindlich. Hier kann der Erreger angreifen.
- Organische Moleküle
Verbindungen des Elementes Kohlenstoff mit sich selbst und anderen Elementen. Dazu gehören nahezu alle biologischen Bausteine. Ausnahmen: Oxide des Kohlenstoffs, Kohlensäure, Cyanide/ Cyane, Carbide und Schwefel-Kohlenstoff.
- Pandemie
Weltweite Epidemie, also weltweit zeitlich begrenzt auftretende Infektionskrankheit.
- Papilloma-Viren
Papilloma-Viren gehören zu den onkogenen, also Tumor-erzeugenden Viren, die die normalen Zellen in Tumorzellen umwandeln können. Heute gibt es gegen einige Virusvarianten erfolgreiche Impfungen, wie z. B. gegen Gebärmutterhalskrebs.
- pathogen
krankheitserregend
- Pathogenes
Triggers for illness. In infection research microorganisms are meant in the narrower sense.
- Pathogenität
Fähigkeit, als Krankheitserreger zu wirken.
- PCR
- Acronym forPolymerasekettenreaktion
Mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion (engl.: Polymerase Chain Reaction) lassen sich DNA-Sequenzen in vitro vermehren. Dabei wird die DNA solange erwärmt (bis etwa 90° C), bis sich die Einzelstränge voneinander lösen. Dieser Lösung werden Primer, die vier Nukleotide in großer Zahl, sowie DNA-Polymerase zugegeben. Die Primer binden beim Abkühlen an die Enden der Einzelstränge. Anschließend verlängert die DNA-Polymerase die Primer durch Anfügen von Nukleotiden und benutzt dabei den Ursprungs-Strang als Vorlage. Aus einem Doppelstrang sind jetzt zwei identische geworden. Durch Wiederholung dieses Zyklus lässt sich die DNA anreichern. Ein Zyklus dauert nur wenige Minuten und läuft vollautomatisch ab. Nach etwa 20 Zyklen hat man eine millionenfache Anreicherung des zwischen den Primern liegenden DNA-Abschnittes bekommen. Die Entwicklung der PCR-Methode war erst möglich, nachdem man thermostabile Polymerasen bei Bakterien, die in heißen Quellen vorkommen, entdeckt hatte. Heute wird meist die Polymerase I (Taq-Polymerase) des Bakteriums Thermus aquaticus verwendet. Die PCR-Technik ist insbesondere dann nützlich, wenn nur geringe Mengen an DNA vorhanden sind. Sie wird in der Medizin zur Diagnostik, in der Kriminalistik und auch in der Archäologie angewendet. Kary Mullis erhielt für die Entwicklung der PCR-Technik 1993 den Nobelpreis für Chemie.
- Peptid
Organisch-chemische Verbindung, die durch die Verknüpfung von bis zu 100 Aminosäurebausteinen entsteht. Die Aminosäuren werden in einer definierten Reihenfolge über eine Amidbindung aneinander gereiht – die so genannte Peptidbindung.
- Pest
Infektionskrankheit, die vor allem im Mittelalter in Europa auftrat und Millionen Todesopfer forderte. Hervorgerufen durch das Bakterium Yersinia pestis. Die Beulenpest ist ein weiteres Beispiel für eine Zoonose – sie wird vom Rattenfloh auf den Menschen übertragen.
- Phagozyten
Fresszellen, dienen der Abwehr von Erregern, indem sie fremde Partikel aufnehmen, sie lysieren, also auflösen, und dann verdauen.
- Pilze
Dieses Organismenreich umfasst viele unterschiedliche Pilze: Champignons gehören genauso dazu wie der Fußpilz und die Bäckerhefe. Der Schimmelpilz Penicillium chrysogenum z. B. produziert antibiotisch wirksame Substanzen wie das Penicillin. Aspergillus flavus hingegen produziert Aflatoxin, ein Pilzgift, das im Verdacht steht Krebs zu erregen. Bei Aspergillus fumigatus handelt es sich um ein opportunistisches Humanpathogen, dessen Sporen die Atemwegserkrankung Aspergillose auslösen.
- Plasmamembran
Zellmembran. Biomembran, die die lebende Zelle umschließt. Besteht aus einer Lipiddoppelschicht und schirmt das Zellplasma von der Umgebung ab.
- Plasmazellen
Stadium der B-Zellen, in dem sie Antikörper herstellen und in ihre Umgebung abgeben.
- Plasmid
Autonomously replicating DNA molecules that occur in bacteria, but that are not part of the bacteria chromosome. May be reproduced independently of the chromosomal DNA. Antibiotic resistance is encoded on plasmids.
- Pocken
Gehören zu den Variolaviren und sind das Paradebeispiel für eine gelungene Impfkampagne. Erste Versuche zur Impfung hat Edward Jenner im 18. Jahrhundert durchgeführt. Er impfte seine Patienten mit Extrakten aus den Kuhpocken, die von einem eng verwandten Virus hervorgerufen werden. Die Patienten waren nach dieser aktiven Impfung immun gegen die echten Pocken. Durch groß angelegte Massenimpfungen treten seit Ende der 70er Jahre weltweit keine Pockenfälle mehr auf. Die WHO erklärte damit 1980 die Pocken als ausgerottet. Nur in zwei Hochsicherheitslaboren ruhen noch tiefgekühlte Kulturen des Virus.
- Polio
- Abbreviation forPoliomyelitis
Viruserkrankung, die das Nervensystem angreift und zu Lähmungserscheinungen führt. Betroffen sind vor allem Kinder unter 5 Jahren. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten, nur prophylaktische Impfungen. In Europa ist die Polio ausgerottet.
- Polyklonale Antikörper
Diese Antikörper werden aus dem Blut von Tieren gewonnen, die vorher immunisiert wurden. Im Gegensatz zu den monoklonalen Antikörpern werden sie von vielen Lymphozyten gebildet. Auf dem Prinzip der polyklonalen Antikörper beruht die passive Impfung.
- Polymerisation
Chemische Reaktion, bei der sich einzelne Bausteine – so genannte Monomere – zu komplexen Polymeren zusammenschließen.
- Prävalenz
Häufigkeit einer Erkrankung.
- Primärinfektion
Erstinfektion. Erster Kontakt des Immunsystems mit einem Infektionserreger.
- Prokaryoten
Das griechische Wort karyon (Nuss, Kern) und die lateinische Vorsilbe pro (zuvor) stecken in diesem Begriff, den 1925 der französische Biologe Edouard Chatton prägte. Prokaryoten sind Lebewesen, deren Erbsubstanz nicht von einer echten Kernmembran umgeben ist, wie dies in den kernhaltigen Zellen (Eukaryoten) der Fall ist. Auch fehlen den Prokaryoten die durch Membranen abgeteilten, separaten Bereiche innerhalb des Zellplasmas, wie sie bei den Eukaryoten bestehen, beispielsweise Chloroplasten und Mitochondrien. Die Gen-Regulation, das An- und Abschalten der Gene, ist in prokaryotischen Zellen vergleichsweise einfach geregelt. Die ersten genetischen und molekularbiologischen Untersuchungen wurden an Prokaryoten durchgeführt, meist an Escherichia coli, weil dessen Erbinformation besonders gut bekannt war.
- Prophylaxe
Vorsorge, z. B. in Form einer Impfung.
- Proteine
Sind die wichtigsten Grundbausteine und Werkstoffe einer jeden Zelle. Proteine haben vielfältige Funktionen: Sie verleihen der Zelle ihre Struktur, setzen chemische Substanzen um, transportieren Stoffe, empfangen Signale oder sind selbst Botenstoffe, dienen als Antikörper bei der Immunabwehr oder als Reservestoffe in Hungerzeiten. Die Proteine selbst bestehen aus Aminosäuren, die wie in einer Perlenkette aufgereiht sind. Diese Kette verdreht und faltet sich so lange, bis sie die Form hat, mit der das Protein seine Funktion erfüllen kann. Die Vielfalt der Proteine kommt durch die unterschiedliche Kombination oder Anzahl der Bausteine zustande. Die Information für Reihenfolge der Aminosäuren, ist in dem jeweiligen Gen kodiert.
- Proteinkomplex
Zusammenlagerung mehrerer Proteine. Erst der Zusammenschluss führt zur biologischen Funktion.
- Proteom
Gesamtheit aller Proteine zu einem bestimmten Zeitpunkt, bezogen auf das betrachtete Objekt (Zelle, Kompartiment, Lebewesen).
- Pseudomonaden
Gattung stäbchenformiger, gramnegativer Bakterien mit Geißeln. Leben aerob und können sich aktiv bewegen.
- Pseudomonas aeruginosa
Genus of pseudomonas. Can be dangerous for people with a weakened immune system. An environmental germ associated with mycorrhiza fungi, it promotes plant growth.
- Pseudomonas putida
Genus of pseudomonas. An environmental germ associated with mycorrhiza fungi, it promotes plant growth.
- Radio-Frequenzen
Wellenlängenbereich, der für die Ausstrahlung von Radiosendungen bestimmt ist. Die verschiedenen Frequenzbänder sind Lang-, Mittel-, Kurz und Ultrakurzwellenrundfunk.
- Resistenz
Unempfindlichkeit gegenüber Antibiotika. Multiresistente Keime sind sogar gegen mehrere Antibiotika gewappnet, ein Problem bei Nosokomial-Infektionen.
- Retroviren
Diese Viren haben eine Einzelstrang-RNA, die nach der Infektion in die Doppelstrang-DNA der Wirtszelle umgeschrieben und so in das Genom integriert wird. Zu den Retroviren gehört das HI-Virus, der Erreger des erworbenen Immundefektsyndroms (AIDS). Retroviren werden häufig in der Gentechnik genutzt, um Gene zu „transportieren“. Aus Sicherheitsgründen werden hier Viren mit einem defekten Genom eingesetzt.
- Rezeptor
Protein oder Proteinkomplex, der Partikel an der Zelloberfläche bindet, die in das Innere der Zelle transportiert werden oder im Inneren Signalprozesse auslösen.
- RKI
- Acronym forRobert-Koch-Institut
Das RKI wurde 1891 als Königlich Preußisches Institut für Infektionskrankheiten gegründet. Heute ist es eine selbständige Bundesbehörde und hat die Aufgabe, das Auftreten von Krankheiten und relevanten Gesundheitsgefahren zu beobachten. Ihm sind auch Aufgaben übertragen worden, die sich aus dem Gentechnikgesetz und entsprechenden Verordnungen ergeben. Es ist zuständig für die Genehmigung von Anträgen auf Freisetzungsversuche und das in den Verkehr bringen von genveränderten Produkten. Die ZKBS ist dem RKI zugeordnet. Das RKI gibt regelmäßig „Epidemiologische Bulletins“ heraus, die über die neuesten Entwicklungen einer Infektionskrankheit informieren.
- Salmonella
Rod-shaped, gram-negative, mobile bacterium. Causes various illnesses in humans and animals.
- SARS
- Acronym forSchweres akutes respiratorisches Syndrom
Lungenerkrankung. Das schwere akute respiratorische Syndrom (SARS) wird von einem Coronavirus verursacht und ist hochansteckend. 2003 kam es zu einer Epidemie, die sich innerhalb kürzester Zeit durch den Flugverkehr von Asien bis nach Europa ausbreitete. Weltweit waren über 8000 Personen infiziert. Durch die kurze Inkubationszeit, also die Zeit, die zwischen Erregerkontakt und Krankheitsausbruch vergeht, konnten Patienten schnell erkannt und isoliert werden, so ist es gelungen, das Virus rasch einzudämmen.
- Schleimhaut
Schutzschicht, die das Innere von Hohlorgan auskleidet.
- Schluckimpfung
Bei der Schluckimpfung wird ein Impfstoff oral verabreicht, der Patient schluckt den Impfstoff. Man spricht auch von Oralvakzinierung. Die meisten Impfstoffe überstehen die Passage durch den Verdauungstrakt nicht, nur wenige Impfstoffe sind dafür geeignet. Bekanntestes Beispiel ist die Polio-Schluckimpfung, für die früher mit dem Slogan „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß“ geworben wurde. In Europa konnte dank der Massenimpfung die Polio ausgerottet werden.
- Schmierinfektion
Indirekte Kontaktinfektion. Durch Berührung kontaminierter Oberflächen erfolgte Infektion.
- Screening
Systematic testing procedure to identify specific characteristics of the test objects from a large number of samples or people.
- Sensibilität
Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika.
- Sepsis
Bei einer Sepsis versagt das Immunsystem, nachdem Krankheitserreger oder deren Toxine in den Kreislauf gelangen und sich über das gesamte System verbreitet haben.
- Sequenzierung
Hierunter versteht der Molekularbiologe die Bestimmung der Basenreihenfolge in der DNA, um die Erbinformation zu entschlüsseln. Bei der Protein-Sequenzierung wird die Aminosäurenabfolge ermittelt.
- Serologischer Nachweis
Antikörper-Antigen-Nachweis, dient z.B. zur Bestimmung der Blutgruppe, aber auch zur Diagnose von Krankheiten, indem das Vorhandensein von Antikörpern gegen einen bestimmten Krankheitserreger überprüft wird.
- Shigella
Diese Bakterienart ist der Erreger der Bakterienruhr (Shigellose). Die Krankheit wird durch verschmutztes Wasser oder Nahrungsmittel, teilweise durch Schmierinfektion übertragen. Die Bakterien dringen in den Darm ein und sondern ein Gift ab. Dies löst Fieber und starke Durchfälle aus. Die Infektion endet bei Kindern, älteren oder immungeschwächten Menschen häufiger tödlich.
- Spotsynthese
Miniaturisierte Parallelsynthese von chemischen Substanzen an der Festphase auf planaren Trägermaterialien.
- Staphylococcus aureus
Der bakterielle Erreger von eiterigen Infektionen. Er verursacht auch Hautkrankheiten sowie Atemwegs- und Darminfektionen. Staphylococcus aureus gehört zu den widerstandsfähigsten Humanpathogenen. Gefürchtet sind die MRSA – die multiresistenten Varianten des Bakteriums.
- Staphylokokken
Rundliche, unbewegliche grampositive Bakterien aus der Gruppe der Kokken.
- Stem cells
Body cells that can differentiate in various cell types or tissues. Stem cells generate daughter cells that in turn are also stem cells. What these develop into depends on the biological environment in which they find themselves.
- steril
keimfrei
- Sterilisieren
Inaktivierung von Mikroorganismen, Autoklavieren.
- STIKO
- Acronym forStändige Impfkommission
Die STIKO gibt unter anderem Richtlinien zum Schutz vor Infektionskrankheiten heraus. Informationen gibt es auf der Website des Robert-Koch-Instituts.
- Streptococcus mutans
Gattung der Streptokokken. Leitkeim der Karies, bei fast jedem Menschen im Speichel nachweisbar.
- Streptokokken
Sind kugelförmige Bakterien, die Ketten bilden. Die meisten Vertreter dieser Spezies gehören zur normalen Bakterienpopulation, die den Menschen besiedelt. Sie führen erst zu Krankheiten, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Manche Arten greifen dann die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) an und lösen Sepsis, Hirnhaut- oder Lungenentzündungen aus.
- Suszeptibilität
Beschreibt die Tauglichkeit als Wirt für eine bestimmte Infektionskrankheit – ob ein Wirt also für eine Krankheit empfänglich ist.
- T-Zellen
Träger der zellulären Immunität. Die T-Zellen verdanken ihren Namen dem Produktionsort, dem Thymus. Die T-Zellen werden vor allem im Kindesalter angelegt. Sie werden unterteilt in cytotoxische T-Zellen und T-Helferzellen, die an B-Zellen binden, und damit zur verstärkten Vermehrung angeregt werden.
- Tetanus
Wundstarrkrampf, ausgelöst durch das Toxin des Bakteriums Clostridium tetani, das im Inneren der Wunde gärt. Sporen des Bakteriums finden sich im normalen Erdboden, deshalb ist es wichtig, insbesondere frische Wunden möglichst sauber zu halten. Eine Impfung ist möglich. Der Tetanus-Impfschutz geht während einer Schwangerschaft auch auf das ungeborene Kind über.
- Thrombozyten
Blutplättchen, die der Blutgerinnung dienen.
- Thymus
Ist ein Organ des lymphatischen Gewebes von Wirbeltieren und befindet sich hinter dem Brustbein. Im Thymus reifen Vorläuferzellen der T-Lymphozyten (T-Zellen) heran. In jungen Jahren wird ein ausreichendes Reservoir an T-Zellen angelegt, so dass der Thymus seine Funktion verliert und sich in der Pubertät zu einem Restkörper zurückbildet.
- Tierhaus
Gebäude, in dem die Tiere unter standardisierten Bedingungen gezüchtet und gehalten werden.
- Totimpfstoffe
Totimpfstoffe enthalten abgetötete Erreger, die sich nicht mehr vermehren können, oder deren inaktivierte Toxine, Antigene oder Antikörper. Totimpfstoffe wie sie z. B. bei der Grippeschutzimpfung eingesetzt werden, sind jedoch einfacher zu lagern.
- Transgene Mäuse
Genetisch veränderte Mäuse, mit zusätzlichen Genen aus anderen Arten.
- Tröpfcheninfektion
Infektion durch Kontakt mit Speicheltröpfchen, die der Infizierte beim Sprechen, Husten oder Niesen verbreitet. Kleinste Tröpfchen können noch stundenlang schweben und als Infektionsquelle dienen. Beispiele: Grippe, Ebola.
- Tuberkulose
Lungenerkrankung, verursacht durch Mycobacterium tuberculosis. Beschrieben wurde diese Gattung erstmals von Robert Koch. Paul Ehrlich fand ein Unterscheidungsmerkmal, mit dem man die Mykobakterien mikroskopisch leicht von anderen Gattungen unterscheiden kann: sie sind so genannte säurefeste Stäbchen. Seit 1990 kann man ein Wiederaufflammen der Epidemie beobachten. Problematisch sind auch hier Antibiotika-resistente Stämme.
- Vakzination
Impfung.
- Vakzine
Impfstoff.
- Virulenz
Infektionstüchtigkeit. Grad der Pathogenität eines Erregers.
- Virus
Wissenschaftlich korrekt heißt es: das Virus. Ein Virus besteht im Wesentlichen aus Erbsubstanz, DNA oder RNA, und einer Hülle. Mit dieser Minimal-Ausstattung kann sich ein Virus nicht selbst vermehren, sondern muss eine Wirtszelle infizieren, um sich mit ihrer Hilfe zu replizieren, also zu vermehren. Zu den gefährlichsten Viren gehören: HIV, die Pocken und Ebola, und auch die Grippe ist eine Virusinfektion.
- Vogelgrippe
Bezeichnet umgangssprachlich Viruserkrankungen, von denen hauptsächlich Vögel betroffen sind. Sie werden durch Viren der Spezies Influenza A hervorgerufen. Ein Subtyp dieses Virus, H5N1, kann von Vögeln auch auf den Menschen übergehen. Das Infektionsrisiko besteht nach bisherigen Erkenntnissen nur bei engem Kontakt zwischen Mensch und erkranktem Tier.
- WHO
- Acronym forWeltgesundheitsorganisation (World Health Organisation)
Die World Health Organisation informiert sowohl tagesaktuell „disease outbreak news“ als auch in so genannten „Fact Sheets“ über Infektionskrankheiten und ihre Verbreitung. Die Informationen sind nur auf Englisch verfügbar.
- Wirt
Lebewesen, das außer sich selbst noch andere Organismen mit lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt.
- Wirt-Pathogen-Interaktion
Zusammenspiel und Wechselwirkungen zwischen einem Krankheitserreger und dem von ihm befallenen Wirt. Der Wirt reagiert auf den Erreger und versucht ihn abzuwehren; das Pathogen versucht, der Abwehr des Wirtes zu entgehen.
- Wundinfektion
Infektion einer Hautverletzung, z. B. durch Clostridium tetani, dem Auslöser der Tetanus.
- Yersinia
Der bekannteste Vertreter dieser stäbchenförmigen Darmbakterienart ist Yersinia pestis, der Erreger der Lungen- und Beulenpest. Er wird durch Bisse des Rattenflohs übertragen. Verdorbenes Schweinefleisch kann zu einer Infektion mit Y. enterocolitica führen, die sich als Darmwegserkrankung mit Durchfall oder Bauchschmerzen äußert. Die dritte krankheitsauslösende Art ist Y. pseudotuberculosis, ein Vorfahre des Pesterregers, der Erkrankung mit tuberkuloseähnlichen Symptomen hervorruft.
- Zellkultur
Viele Versuche müssen an lebenden Zellen vorgenommen werden. Dazu nutzen Wissenschaftler immortalisierte, also unsterbliche Zelllinien, die sich unbegrenzt teilen. Meist handelt es sich um Tumorzellen. Bekanntestes Beispiel sind die HeLa-Zellen.
- Zellplasma
Zytoplasma. Inhalt der Zelle, der aus dem Zytosol, dem Zytoskelett und den Organellen besteht und von der Plasmamembran eingeschlossen ist.
- ZKBS
- Acronym forZentrale Kommission für die Biologische Sicherheit
Die „Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit“, eine Sachverständigen-Kommission, die 1978 eingesetzt wurde und die Aufgabe hat, Sicherheitsbewertungen gentechnischer Arbeiten vorzunehmen und Bund, Länder, sowie Institute, die gentechnisch arbeiten, in Fragen der Sicherheit in der Gentechnik zu beraten. Dieses Expertengremium überprüft sämtliche gentechnischen Experimente in Deutschland auf ihren biologischen Risikograd und registriert alle Gen-Laboratorien und deren Forschungsvorhaben ab einer bestimmten Risikostufe. Ferner gibt die ZKBS Richtlinien für Maßnahmen zur Labor und zur biologischen Sicherheit heraus. Die Sachverständigen werden in diese Kommission berufen und arbeiten ehrenamtlich. Sie kommen aus den Bereichen Mikrobiologie, Zellbiologie, Virologie, Genetik, Hygiene, Ökologie und Sicherheitstechnik.
- Zoonose
Vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankung, wie z.B. Vogelgrippe.
- Zytoskelett
Ist eine netzwerkartige Proteinstruktur im Inneren einer Zelle. Es verleiht der Zelle ihre Form, schützt sie, ermöglicht ihre Bewegung und spielt eine wichtige Rolle bei Transportvorgängen innerhalb der Zelle sowie bei der Zellteilung. Das Zytosklett ist jedoch kein steifes Gerüst, sondern sehr dynamisch und flexibel.

