Bürgergipfel vollendet Bürgerdialoge
Übergabe des Bürgerreports an Bundesministerin Annette Schavan
Im Oktober war das HZI Gastgeber für die Bürgerkonferenz zum Thema „Hightech-Medizin“. Bei dieser Veranstaltung erarbeiteten 90 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger der Region gemeinsam mit Experten aus dem medizinischen Bereich ihre Ergebnisse zu Fragestellungen der Intensiv- und Palliativmedizin. Der offizielle Abschluss des Bürgerdialogs fand am 3. und 4. Dezember 2011 in Berlin statt. Dabei standen die Resultate aller Bürgerkonferenzen noch einmal zur Diskussion. Die Ergebnisse flossen in einen Bürgerreport ein, der an Prof. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sowie an weitere hochrangige Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft übergeben wurde.
Unter diesem Link gelangen Sie zur offiziellen Homepage des Bürgerdialogs "Hightech-Medizin" und finden auch den Bürgerreport zum Download:
http://www.buergerdialog-bmbf.de/hightech-medizin/
Die Medizin von morgen in der alternden Gesellschaft
Beim Bürgerdialog Hightech-Medizin diskutierten Braunschweiger Bürger über die Grenze zwischen „Apparatemedizin“ und dem Wunsch nach einem menschenwürdigen Sterben
90 Bürgerinnen und Bürger haben am Samstag, den 15. Oktober 2011, in Braunschweig im Rahmen des Bürgerdialogs „Hightech-Medizin“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über die Zukunft der Gesundheitsversorgung debattiert. Im Zentrum des Bürgerdialogs: die Themen Intensiv- und Palliativmedizin, insbesondere die Frage nach der Grenze zwischen technischen Möglichkeiten und der Wahrung der Menschenwürde. Als wichtiges Ergebnis der Diskussion formulierten die Bürger die Forderung nach personellen und technischen Rahmenbedingungen, die ein würdevolles Sterben ermöglichen.
Die Teilnehmenden nutzten die Veranstaltung, um ihre Fragen, Bedenken und vor allem Erwartungen an technologische Entwicklungen in der Medizin an die Experten und Wissenschaftler zu richten und gemeinsam Empfehlungen zu entwickeln. „Medizin ist ein Fachthema, aber das Thema Sterben betrifft jeden Einzelnen. Durch den Bürgerdialog haben alle Beteiligten einen Lerneffekt, denn das Wissen von Laien ist genau so wichtig wie das von Experten“, sagte Verena Meier, Gesundheitsökonomin aus Hamburg. Nicole Rosebrock aus Didderse interessierte vor allem das Thema der Patientenverfügung: „Wie soll sie geregelt werden? Sollte sie zukünftig zur Pflicht werden? Und wie gehen Angehörige damit um, wenn sie eine Vorsorgevollmacht erhalten?“
Bärbel Brumme-Bothe vom Bundesministerium für Bildung und Forschung nahm die Ergebnisse des Tages in Form eines Zwischenberichts entgegen: „Ich bin schwer beeindruckt über die tiefgründige Auseinandersetzung, die zum Thema Intensiv- und Palliativmedizin bereits stattgefunden hat. Wir haben heute viel voneinander gelernt und setzen uns dafür ein, dass die Anregungen der Bürger auch umgesetzt werden.“ Die Experten lobten das Engagement und Interesse, mit dem die Bürgerinnen und Bürger einen ganzen Tag über das Thema diskutierten: „Es besteht ein Hunger nach Informationen. Die Bürger haben ein starkes Autonomiebedürfnis und möchten am Ende ihres Lebens nicht durch die Technik beherrscht werden. Es ist wichtig, die Bürgermeinung zu erfragen, damit die Politik nicht Entscheidungen am Bürger vorbei trifft“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Chefarzt am Städtischen Klinikum Braunschweig.
Als Kooperationspartner unterstützten das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, der Verein Ambet, die Deutsche Herzstiftung, Hospizarbeit Braunschweig e.V., das Städtische Klinikum Braunschweig sowie die Medizinische Hochschule Hannover das BMBF bei dieser Veranstaltung.
Einblick gewinnen. Mitreden.
Der Bürgerdialog wird zusätzlich zu den Bürgerkonferenzen im Internet auf www.buergerdialog-bmbf.de geführt. Neben den Themen Intensiv- und Palliativmedizin behandelt der Bürgerdialog Hightech-Medizin auch die Themen Neuronale Implantate sowie Telemedizin. Das Ergebnis ist ein Bürger-Report mit Empfehlungen für die Entwicklung und den künftigen Einsatz von medizinischen Technologien, den die beteiligten Bürgerinnen und Bürger an Verantwortliche aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft übergeben haben. Der Bürgerdialog „Hightech-Medizin“ wird von einem Beraterkreis aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fachlich begleitet.
Der Bürgerdialog „Hightech-Medizin“ ist Teil eines umfassenden Austauschs zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung in den kommenden vier Jahren zu verschiedenen Zukunftstechnologien organisiert.



















