Listerien - Listeria monocytogenes

- Zellen von Listeria monocytogenes (Wildtyp)
Im September 2011 teilte das amerikanische "Centre for Disease Control" (CDC) mit, dass 13 Personen in den USA sich durch mit Listerien verseuchte Melonen infiziert hatten und infolgedessen starben. Da die Melonen aus dem entsprechenden Hof amerikaweit ausgeliefert wurden, geht das CDC von weiteren Erkrankungen aus.
Listerien sind Lebensmittelkeime, die beim Menschen die Infektionskrankheit "Listeriose" auslösen können. Die Bakterien vermehren sich bei Temperaturen von 4 bis 45 Grad. Außerdem können sie sowohl mit als auch ohne Sauerstoff überleben.
Ihre Aufnahme in den Wirt erfolgt über kontaminierte Nahrungsmittel (Fleisch-, Fisch- und Milchprodukte). Listerien kommen vor allem in nicht erhitzten Produkten wie Rohmilch und Rohmilchkäse vor.
Meist verläuft eine Infektion harmlos, in einigen Fällen kommt es zu Fieber und Durchfällen. Kleinkinder und Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr (ältere Menschen, HIV-Patienten) können jedoch schwer erkranken. Listerien können eine Blutvergiftung und Hirnhautentzündung auslösen.
Am gefährlichsten ist eine Listerieninfektion für Schwangere: Die Bakterien können das ungeborene Kind schwer schädigen. Es kann zu Frühgeburten, schweren Fehlbildungen und Schäden kommen.
Listerien dringen in ihre Wirtszellen (z.B. Darmzellen) ein, um so einer Abwehr durch das Immunsystem zu entgehen. Innerhalb der Zelle verwenden die Bakterien Proteine des Wirtes, um sich fortzubewegen. Das HZI verfügt über eine langjährige Expertise in der Erforschung der Infektionsmechanismen und der Verwendung der wirtseigenen Eiweiße durch Listerien. Weiterhin ist das HZI am Listeria-Genomforschungsprojekt beteiligt. Im Jahr 2006 erhielt Professor Jürgen Wehland für seine Forschung an Listerien den Descartes-Preis der Europäischen Kommission.
Im Folgenden finden Sie Bildmaterial, Links zu aktuellen Informationen und Ansprechpartner am HZI für die Medien.
Weitere Informationen
Bundesinstitut für Risikobewertung:
http://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_lebensmittelbedingten_infektionen_mit_listerien.pdf
Robert Koch-Institut (RKI):
http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/L/Listeriose/Listeriose.html
Ansprechpartner für die Medien
Wir sind Ihnen gern bei der Vereinbarung von Interviewterminen behilflich und stellen den Kontakt mit unseren Experten für Sie her. Bitte wenden Sie sich an die Pressestelle des Helmholtz-Zentrums:
Manfred Braun
Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0531 6181-1400
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Leiter der Abteilung Molekulare Strukturbiologie
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