EHEC (kurz für: „Enterohämorrhagische Escherichia coli“)

- Elektronenmikroskopische Aufnahme von EHEC (Foto: Manfred Rohde, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung)
EHEC-Bakterien sind eine gefährliche Variante des harmlosen Darmbewohners Escherichia coli.
Sie produzieren ein Zellgift, das so genannte Shiga-Toxin, und geben es in den menschlichen Darm ab. Das Gift löst in den Darmzellen eine Abfolge von entzündungsähnlichen Reaktionen aus, die so heftig sind, dass sie den eigenen Körper schwer schädigen. In etwa zehn Prozent aller Fälle entwickeln die Patienten daraufhin das Krankheitsbild des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS), bei dem sich rote Blutkörperchen auflösen und kleine Blutgefässe durch Gerinnsel verstopft werden. HUS kann zu akutem Nierenversagen und schließlich zum Tode führen.
Meist werden EHEC mit infizierter Nahrung, insbesondere Rohmilchprodukten, aufgenommen. Den EHEC-Ausbruch des Jahres 2011 in Norddeutschland, der 50 Menschen das Leben kostete, verursachte der ungewöhnlich aggressive Stamm „O104:H4“. Die Epidemie war durch schwere und drastische Krankheitsverläufe gekennzeichnet. Als Auslöser identifizierten Experten kontaminierte Bockshornklee-Sprossen.
Forscher am HZI haben grundlegende Infektionsmechanismen von EHEC-Keimen sowie die Wirkungsweise des Shiga-Toxins untersucht.
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