Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland

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Antibiotika-Resistenzen sind weltweit eine der großen Herausforderungen bei Infektionskrankheiten. Hier setzt das neue Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) an. Das Institut wurde im August 2009 vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) Braunschweig und der Universität des Saarlandes gegründet, mit dem Ziel, zur Entwicklung neuer Arzneimittel und Therapieoptionen gegen Infektionskrankheiten beizutragen. Die Forscher am HIPS suchen nach neuen Wirkstoffen und verbessern diese für die Anwendung am Menschen. Zudem untersuchen sie, wie der Wirkstoff an seinen  Bestimmungsort gelangt. Damit geht das HZI den Weg der Translation konsequent weiter und leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsforschung. Neue Erkenntnisse erreichen damit rascher den Patienten.

Das Institut ist eine Außenstelle des HZI in Braunschweig und das erste öffentlich geförderte Forschungsinstitut in Deutschland, das explizit der Pharmazie gewidmet ist. Damit ist die Helmholtz-Gemeinschaft, die größte deutsche Forschungsorganisation, nun auch im Saarland vertreten. Das HIPS besteht zukünftig aus drei Abteilungen und drei Nachwuchsgruppen. Professor Rolf Müller ist neben seiner Position als Abteilungsleiter auch geschäftsführender Direktor, die Professoren Rolf Hartmann und Claus-Michael Lehr leiten die weiteren Abteilungen.

Die Forschung des HIPS dreht sich rund um die Entwicklung neuer Wirkstoffe und Anti-Infektiva: Rolf Müllers Schwerpunkt liegt in mikrobiellen Wirkstoffen, vornehmlich aus Myxobakterien (Abteilung MINS, Mikrobielle Naturstoffe). Rolf Hartmanns Forschung ist auf Pharmazeutische und Medizinische Chemie spezialisiert (Abteilung DDOP, Wirkstoff Design und Optimierung). Claus-Michael Lehr untersucht den gezielten Wirkstofftransport zum Krankheitsherd (Abteilung DDEL, Wirkstoff-Transport).

Im Januar 2011 hat Andriy Luzhetskyy seine Nachwuchsgruppe am HIPS eingerichtet. Er entwickelt neue Werkzeuge für die Actinomyceten-Genetik und setzt diese auf dem Gebiet der mikrobiellen Genetik von Naturstoffproduzenten ein (Nachwuchsgruppe AMEG, Metabolisches Engeneering von Actinomyceten).

 

Das Forschungsspektrum des HIPS umfasst gentechnische und genomanalytische Verfahren zur Optimierung von Naturstoffproduzenten und Leitstrukturen sowie zum verbesserten Transport von Arzneistoffen an ihren Wirkort. Die Kombination aus Fachwissen der Infektions- und pharmazeutischen Forschung von HZI und HIPS nimmt eine einzigartige Position in Deutschland und Europa ein, besonders im Hinblick auf die Entwicklung neuer Anti-Infektiva. Die komplementäre Expertise erlaubt abgestimmte und synchrone Ansätze zur Entdeckung und Analyse neuer Produzenten potenzieller Wirkstoffe, deren Verbesserung und biologische Charakterisierung sowie die Entwicklung einer optimalen Formulierung. Dadurch entsteht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Identifizierung und Anwendung neuer Naturstoffe, auch um deren Einsatz in klinischen Studien zu beschleunigen. Die kombinierten Forschungsaktivitäten und Erfahrungen der Wissenschaftler des HIPS, des HZI und weiterer regionaler Partnerinstitute ermöglichen es, in der Medikamentenentwicklung das Spektrum von der Wirkstoffentdeckung bis hin zu klinischen Studien abzudecken. Somit wird eine erfolgreiche Umsetzung von Translationsforschung erreicht.

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