Pathogen / Wirtszell-Interaktionen
Zurzeit arbeiten wir an unterschiedlichen Aspekten der bakteriellen Pathogen/Wirtszell-Interaktion, z.B. an der Entschlüsselung der Wechselwirkungen zwischen Pathogenen und ihren Wirtszellen auf molekularer Ebene. Schwerpunkt unserer Arbeit ist dabei die Untersuchung des Einflusses von mikrobiellen Pathogenen auf das Wirtszell-Aktin-Zytoskelett. Das Aktinsystem ermöglicht als primäre Zielstruktur die Invasion der Pathogene in die Zelle sowie deren Verbreitung innerhalb und zwischen den infizierten Zellen und Geweben. Diese Forschungen konzentrierten sich zunächst auf Listeria monocytogenes und wurden unlängst auf Shigella flexneri und die pathogenen E. coli (EPEC und EHEC) ausgedehnt. Bei den derzeitigen Untersuchungen kommen Verfahren zum Einsatz, die dazu dienen, die Signalkaskaden innerhalb der Wirtszellen während der Anheftungs- und Invasionsvorgänge durch verschiedene bakterielle Pathogene zu erforschen. Diese Untersuchungen bieten nicht nur die Möglichkeit, einen detaillierten Einblick in pathologische Erscheinungen zu erlangen, sondern auch in grundlegende zellphysiologische Vorgänge.
Posttranslationale Modifizierungen des Tubulin
Uns interessieren die Mechanismen der Zellen zur Kontrolle verschiedener Funktionen der Mikrotubuli. Dabei haben wir uns auf eine spezielle, reversible, posttranslationale Modifizierung des Tubulins, den Detyrosinierungs-/Tyrosinisierungszyklus der Alpha-Untereinheit, konzentriert. Unser Labor (in Zusammenarbeit mit Didier Job, Grenoble, Frankreich) hat mit einer umfassenden Analyse eines der Enzyme, das am Tyrosinisierungszyklus beteiligt ist, der Tubulin-Tyrosin-Ligase (TTL), einen umfassenden Einblick in diesen einzigartigen Modifizierungsmechanismus gewährt. Durch die Erzeugung von TTL-defizienten Mäusen ist es uns vor kurzem gelungen nachzuweisen, dass TTL bei der neuronalen Organisation eine wichtige Rolle spielt.


