Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

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Unsere Forschung

Streptokokken gehören zu der Gruppe der Gram-positiven Erreger, die völlig unterschiedliche Krankheitssymptome hervorrufen können. Diese reichen von relativ harmlosen Mandel- und Hautentzündungen bis zu lebensbedrohlichen Blutvergiftungen und invasiven Krankheiten wie der nekrotisierenden Fasziitis. Eine häufige und gefährliche Folgeerkrankung von Streptokokkeninfektionen ist das rheumatische Fieber, das zu irreparablen Herzschäden führt.

In der Klinik sind Streptokokken der Gruppen A, B, C und G sowie Streptococcus pneumoniae besonders wichtig. S. pneumoniae entwickelt immer mehr Antibiotikaresistenzen und gehört damit nun zu den wichtigsten humanpathogenen Bakterien überhaupt. Aber auch die vermeintlich harmlosen Spielarten, die mit Parodontose und Karies in Verbindung gebracht werden, sind gefährlicher als es scheint. Sie können massive Abszesse im Rachenraum und eine Schädigung der Herzklappen bewirken. Besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern sind sie für einen großen Prozentsatz der Todesfälle verantwortlich.

 

Die Wissenschaftler des HZI verfolgen unterschiedliche Ansätze, um die Mechanismen aufzuklären, mit denen uns Streptokokken krank machen. Sie setzen genomische Methoden, wie Mikroarrays, und moderne umfassende Proteinanalytik (Proteomics) ein, um das Wechselspiel zwischen Erreger und Wirt aufzuklären. Sie identifizieren Proteine, die beispielsweise für die Anheftung, Invasion und Besiedelung, sowie das Einnisten im Wirt verantwortlich sind. Und sie untersuchen, wie diese Infektionsmechanismen gezielt gehemmt oder ganz verhindert werden können – entweder durch neue Wirk- oder durch Impfstoffe. Denn eine wirksame Impfung wäre die beste Methode im Kampf gegen die Krankheit.

In einem weiteren aktuellen Forschungsprojekt entwickeln die Wissenschaftler einen Schnelltest, mit dem ein Arzt innerhalb von Minuten sagen kann, ob ein Infekt auf harmlose Bakterien zurückzuführen ist, oder ob er durch gefährliche Streptokokken verursacht wurde. So kann er sich gezielt der Behandlung der bedrohlichen Erkrankungen widmen, was vor allem in Entwicklungsländern, in denen ein einzelner Arzt mehrere hundert Patienten zu versorgen hat, sinnvoll ist.




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17.05.2012