Candida albicans ist ein Hefepilz, den jeder von uns auf der Haut trägt. Für gesunde Menschen ist der Pilz harmlos, gefährlich wird er erst, wenn das Immunsystem geschwächt ist, oder er in die Blutbahn gerät und innere Organe befallen kann.
Die Projektgruppe „Biologische Systemanalyse“ klärt die molekularen Wirkmechanismen potentieller Antibiotika, die gegen Candida albicans gerichtet sind. Für solche Wirkstoffe bieten sich zwei Herangehensweisen an: auf der Seite des Wirts können Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, so stimuliert und aktiviert werden, dass sie den Pilz erfolgreicher abwehren können; auf der Seite des Erregers können Mittel eingesetzt werden, die seine Verteidigung gegen den Angriff des Immunsystems schwächen.
Eine Reihe von biologisch aktiven Substanzen mit bekannter chemischer Strukturformel sind auf ihre Hemmwirkung gegenüber C. albicans und anderen Hefen untersucht und detailliert charakterisiert worden - nun wird nach den Ursachen der Wirksamkeit gesucht. Die Forscher überprüfen dazu vor allem Stress-Abwehrreaktionen und Veränderungen im Pilz-Stoffwechsel unter dem Einfluss der bioaktiven Substanzen, suchen nach Bindungspartnern der Moleküle und nutzen Mutanten, bei denen einzelne Gene inaktiviert worden sind. Insgesamt erhofft man sich ein besseres Verständnis für die Vorgänge, die Candida infektiös werden lassen. Anhand der Daten und Erkenntnisse sollen letztlich mathematische Modelle zu den Reaktionen im Pilz entwickelt werden, mit deren Hilfe sich dann Vorhersagen zur Wirkung oder zu geeigneten Zielorten neuer biologisch aktiver Substanzen machen und sehr exakte Eingriffe in die die Immunabwehrreaktionen des Erregers vornehmen ließen.
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