Gebündelte Kompetenz im Kampf gegen Infektionskrankheiten

HZI und Robert Koch-Institut unterzeichnen Kooperationsvereinbarung
Pressetermin: 6. Dez., 15:15 Uhr.

30.11.2012

RKI und HZI

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und das Robert Koch-Institut werden in Zukunft ihre Zusammenarbeit verstärken.

Zwei Spitzenreiter der Infektionsforschung wollen zukünftig ihre Expertise bündeln. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin und Wernigerode werden ihre Ressourcen und Potentiale gemeinsam nutzen, um drängende Fragen der Infektionsforschung und Epidemiologie zu untersuchen. Diese Vereinbarung werden die Leiter beider Einrichtungen am 6. Dezember mit ihrer Unterschrift besiegeln.

 Antibiotikaresistenzen bei bakteriellen Krankheitserregern, Impfstoffentwicklung und Erkenntnisse zur Epidemiologie und Ökologie von krankmachenden Bakterien – dies sind Themen, denen sich das HZI und das RKI künftig verstärkt gemeinsam widmen werden. Das HZI verfolgt als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft das langfristige Forschungsziel, die Lebensgrundlage der Menschen zu erhalten und zu verbessern. Dazu trägt es entscheidend bei, indem es die Basis für neue Diagnoseverfahren, neue Medikamente und Therapien schafft. Die Grundlagenforschung steht im Vordergrund. Am RKI, einem der ältesten biomedizinischen Forschungsinstitute weltweit, liegt der Fokus auf anwendungs- und maßnahmenorientierter Arbeit. Das RKI ist das nationale Public-Health-Institut für Deutschland. Die wichtigsten Arbeitsbereiche des Robert Koch-Instituts sind die Bekämpfung von Infektionskrankheiten und die Analyse langfristiger gesundheitlicher Trends in der Bevölkerung. Im Hinblick auf das Erkennen neuer gesundheitlicher Risiken nimmt das RKI eine „Antennenfunktion“ im Sinne eines Frühwarnsystems wahr.

Schon jetzt bearbeiten Wissenschaftler des HZI und des RKI gemeinsame Fragestellungen. So untersucht beispielsweise Prof. Petra Dersch, Abteilungsleiterin am HZI, krankmachende Bakterienstämme, die aus Patienten isoliert und am RKI charakterisiert wurden. Beide Einrichtungen planen nun, noch enger zusammenzuarbeiten.  „Die Kooperationsvereinbarung wird unsere Zusammenarbeit weiter stärken und gemeinsame Forschungsprojekte erleichtern“, ist sich Prof. Dirk Heinz, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI, sicher. „Der wissenschaftliche Austausch beider Institute verspricht synergistische Effekte, die der Bevölkerung langfristig nutzen werden“, erklärt Prof. Reinhard Burger, Präsident des RKI.

Ein Ziel ist die Entwicklung neuer Antibiotika, die angesichts steigender Resistenzen vieler Krankheitserreger dringend benötigt werden. Auch methodisch versprechen sich Experten einiges von der neuen Zusammenarbeit: So sind die Wissenschaftler auch an der Entwicklung von Impfstoffen interessiert und daran, wie Infektionskrankheiten noch besser diagnostiziert werden können. 

Über die Infektionsforschung hinaus planen RKI und HZI auch gemeinsame epidemiologische Forschungsvorhaben. Wie werden Krankheiten verursacht? Wie verbreiten sie sich? Wie verlaufen sie? Dies zahlenmäßig zu beschreiben und Vorhersagen zu treffen, ist Aufgabe der Epidemiologie. Prof. Gérard Krause vereint bereits länger in seiner Person Funktionen beider Einrichtungen: Er leitet nicht nur am RKI die Abteilung Infektionsepidemiologie und vertritt Deutschland in dieser Funktion in internationalen Netzwerken – seit einem Jahr leitet er auch die Abteilung „Epidemiologie“ am HZI. „Die unterschiedlichen methodischen Schwerpunkte beider Abteilungen ergänzen sich perfekt“, hebt Krause einen Vorteil der Kooperation hervor.

Am 6. Dezember werden Prof. Heinz und Prof. Burger im Rahmen eines Symposiums die Kooperationsvereinbarung unterzeichnen. Im Anschluss sind Vertreter der Medien zu einem Pressetermin um 15:15 Uhr eingeladen. Nähere Auskünfte erhalten Sie unter 0531 61811401.

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